Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch kaum verändert geschlossen und hält sich damit auf hohem Niveau. Bei der Schlussglocke lag der Leitindex SMI rund 25 Punkte unter dem am letzten Freitag neu markierten Jahreshoch.

Der Handel am Mittwoch verlief laut Händlern sehr ruhig mit geringen Volumen. Die Stimmung an sich sei aber grundsätzlich positiv geblieben, hiess es am Markt.

Unabhängigkei ausgesetzt

Am Mittwoch fehlte es an grossen Impulsen: In Spanien war der grosse Knall vorerst nämlich ausgeblieben, nachdem der katalanische Präsident Carles Puigdemont am Vorabend zwar die Unabhängigkeit seiner Region erklärte, sie daraufhin aber gleich wieder aussetzte.

Der Fokus habe daher auf dem Protokoll der letzten Fed-Sitzung gelegen, das allerdings erst nach dem hiesigen Handelsschluss veröffentlicht wird. Überraschungen werden allerdings keine erwartet.

Der SMI schloss 0,02 Prozent tiefer bei 9265,34 Punkten. Im Hoch erreichte er am Morgen 9288 Punkte und lag damit nur ganz knapp unter dem Jahreshoch von 9289 Zählern. Der breite Swiss Performance Index (SPI) stand 0,01 Prozent höher bei 10'585 Zählern. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 16 im Minus und 14 im Plus.

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Novartis stützt SMI

Besonders unterstützt wurde der SMI von den schwergewichtigen Novartis (+0,4 Prozent), während Nestlé (-0,1 Prozent) und Roche (-0,1 Prozent) den Index belasteten. Bei Nestlé gab es zuletzt Spekulationen am Markt, der Nahrungsmittelkonzern könnte an Pfizers Sparte mit rezeptfreien Medikamenten interessiert sein.

An der Spitze der SMI/SLI-Titel schlossen Lonza (+1,6 Prozent), die auch im bisherigen Jahresverlauf die grössten Gewinner sind mit einem Plus von über 60 Prozent. Auch Swiss Re (+0,7 Prozent) legten klar zu, dies nach einer Ratingerhöhung auf «Neutral» von zuvor «Underperform» durch Exane BNP.

Zwar hätten die Naturkatastrophen im dritten Quartal die Profitabilität der Branche stark beeinträchtigt, hiess es. Damit böten sich aber wohl auch Wachstumsgelegenheiten. Die europäischen Rückversicherer könnten dabei relativ gesehen die Gewinner sein. Des weiteren gehörten zu den grössten Gewinnern Clariant (+0,7 Prozent), Logitech und Swisscom (je +0,6 Prozent).

Banken schwächer

Schwächer tendierten hingegen die Bankentitel Julius Bär (-0,8 Prozent), CS (-0,6 Prozent) und UBS (-0,3 Prozent). Die Branche reagiert grundsätzlich sensibler auf politische Spannungen wie in Spanien, die verunsichern und möglicherweise die Stabilität der Eurozone in Frage stellen. Noch deutlicher verloren derweil Aryzta (-1,1 Prozent), die am Vortag noch kräftig zugelegt hatten. Die Titel bleiben unter den Bluechips die schwächsten Valoren - gemessen an der bisherigen Jahresperformance mit einem Minus von mehr als 30 Prozent.

Weitere Verlierer waren am Mittwoch auch LafargeHolcim (-1,1 Prozent), Adecco und Kühne+Nagel (je -0,7 Prozent). Auch Swatch (-0,4 Prozent) gaben etwas ab. Morgan Stanley bleibt für den Uhrenwert pessimistisch eingestellt und bekräftigte sein «Underweight»-Rating.

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Die Bedrohung klassischer Uhren durch Smartwatches könnte mittelfristig wieder mehr in den Vordergrund treten - angesichts Verbesserungen bei der Technologie, heisst es bei der Bank. Swatch wäre davon besonders betroffen, so die Meinung.

(sda/gku)