1. Home
  2. Invest
  3. Schweizer Börse bröckelt ab - Katalonien bremst

Minus
Schweizer Börse bröckelt ab - Katalonien bremst

Schweizer Börse: Auch der 30. Jahrestag des «Schwarzen Montag» könnte belasten.Keystone

Die Krise in Spanien spitzt sich zu: Katalonien ist nicht auf das Ultimatum Madrids eingegangen. Das führt zu Nervosität an den Märkten: Der SMI gab nach.

Veröffentlicht am 19.10.2017

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag leicht nachgegeben. Die Anleger hielten sich trotz guter Vorgaben aus den USA zurück. Der SMI sank um 0,5 Prozent auf 9264 Zähler. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,4 Prozent gestiegen.

Wegen der ungewissen Entwicklung in der Katalonien-Krise seien die Marktteilnehmer ein wenig nervös. Der katalanische Regierungschef liess am Donnerstag nach Ablauf eines Ultimatums der Zentralregierung in Madrid erneut offen, ob er die Unabhängigkeit erklärt hat. Nun könnte Katalonien die Zwangsverwaltung drohen.

30. Jahrestag des «Schwarzen Montag»

Möglicherweise spiele auch der 30. Jahrestag des «Schwarzen Montag» eine gewisse Rolle. Damals erlebten die Finanzmärkte einen der stärksten Kurseinbrüche der Nachkriegsgeschichte. Der Schweizer Markt rauschte um mehr als elf Prozent in die Tiefe. «Den Leuten, die den Crash damals noch selbst erlebt haben, dürfte der Tag und die Angst und Panik, die er ausgelöst hat, schon durch den Kopf gehen», sagte ein Händler.

Im Blick haben die Anleger auch die Aktien der Firmen, die Zwischenberichte veröffentlicht haben. Die Aktie des Lebensmittelriesen Nestle sank um 0,8 Prozent. Der Konzern hat im dritten Quartal etwas an Schwung gewonnen, gab aber einen verhaltenen Ausblick ab.

Roche-Aktie verliert

Der Genussschein des Pharmakonzerns Roche verlor 0,7 Prozent. Roche habe mehr oder weniger eine Punktlandung hingelegt, sagte ein Börsianer. Aber mit dem neuen Produktportfolio könne Roche kaum an die alte Wachstumsstärke anknüpfen. Der Anteil von Rivale Novartis, dessen Zwischenbericht kommende Woche erwartet wird, sank um 0,2 Prozent. Die Aktien der Banken büssten mehrheitlich Terrain ein: Credit Suisse schwächte sich um 0,4 Prozent ab und UBS büsste 0,9 Prozent ein.

Bei den Versicherungen fielen Zurich mit einem Kursplus von 0,2 Prozent auf. Die schweren Wirbelstürme in den USA und der Karibik dürften die Versicherung nach Abzug der Rückversicherungsdeckung und vor Steuern rund 700 Millionen Dollar kosten. Nach Steuern dürfte die Belastung etwa 620 Millionen Dollar betragen.

Zyklische Firmen tiefer

Die Aktien von GAM rutschten nach anfänglich kräftigen Gewinnen 0,9 Prozent ins Minus. Der Assetmanager konnte im dritten Quartal mehr Neugeld anziehen als erwartet. «Die Anleger nehmen wegen der ungewissen Aussichten am Markt bei Aktien die stark gestiegen sind, Gewinne mit», sagte ein Händler. GAM gewann im laufenden Jahr mehr als ein Drittel.

Die Aktien zyklischer Firmen büssten Kurswert ein. ABB, LafargeHolcim, SGS und Adecco waren ein halbes Prozent tiefer. Die Aktien von Panalpina fielen um ein Prozent. Das Fuhrunternehmen habe im Bereich Seefracht enttäuscht, hiess es. Stärker unter Druck standen Inficon-Aktien mit minus 4,9 Prozent. Gewinnmitnahmen belasteten den Titel, hiess es. Der Quartalsbericht sei leicht schlechter als erwartet gewesen.

Gegen den Trend legten Temenos 1,2 Prozent zu. Der Softwarehersteller habe die Erwartungen übertroffen, hiess es am Markt. Analysten hoben darauf ihre Schätzungen an.

(reuters/cfr/ise)

Anzeige