Der Schweizer Aktienmarkt bleibt am Mittwoch nach den Kursverlusten vom Dienstag weiterhin unter Druck. Allerdings hat der Leitindex SMI die Abgaben mittlerweile eingegrenzt. Dabei fallen insbesondere die Papiere der UBS ins Gewicht, die nach zunächst deutlichen Einbussen ins Plus gedreht haben. Insgesamt bleibt aber die Stimmung an den internationalen Börsen von den Wachstumssorgen um China belastet.

Das Fundament des Marktes sei aktuell fragil, meinen Händler. Einerseits nährten die neusten Wirtschaftsdaten aus China die Sorge, dass es im Reich der Mitte möglicherweise zu einer «harten Landung» kommen könnte und andererseits sei der Start in die Q3-Berichtssaison in den USA bislang harzig verlaufen. Am Vorabend enttäuschte die US-Bank JPMorgan mit schwachen Quartalszahlen. In Kürze stellen die Bank of America und Well Fargo den Sektor mit Quartalsberichten auf den Prüfstand.

Syngenta abgestraft

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 12.20 Uhr 0,36 Prozent auf 8'623,72 Punkte, nachdem er zuvor bis auf 8'585 Stellen abgerutscht ist. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt noch um 0,39 Prozent auf 1'277,36 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,37 Prozent auf 8'812,78 Zähler. Von den 30 Blue Chips notieren 22 im Minus, sechs im Plus sowie ABB und SGS unverändert.

Am stärksten geben im SMI/SLI Syngenta (-2,2 Prozent) nach. Damit bauen die Papiere des Agrochemiekonzerns die deutlichen Einbussen des Vortags (-4,5 Prozent) weiter aus. Grund für den derzeitigen Abwärtstrend dürfte die Meldung sein, wonach Syngenta in der EU zwei Zulassungsanträge für gentechnisch veränderten Mais zurückgezogen hat. Am (morgigen) Donnerstag wird der Konzern zudem den Quartalsbericht vorlegen, womit die Nervosität steigt.

Richemont und Swatch grenzen Abgaben ein

Weiter verlieren die volatilen Papiere des US-Ölserviceunternehmens Transocean 1,9 Prozent, aber auch Clariant (-1,9 Prozent), Actelion (-1,6 Prozent) der LafargeHolcim (-1,4 Prozent) gehören zu den grössten Verlierern.

Dagegen haben die Uhren- und Luxusgütertitel Richemont (-0,4 Prozent) und Swatch Group (-0,1 Prozent) die Abgaben stark eingegrenzt. Swatch hat, wie bereits im März angekündigt, nun in China eine Uhr mit Bezahlfunktion, die "Swatch Bellamy", präsentiert. Für die Abwicklung des kontaktlosen Bezahlens in Shops gewann der Uhrenhersteller die Finanzinstitute China UnionPay und Bank of Communications als Partner. Analysten begrüssen diesen Schritt.

Die Index-Schwergewichte Nestlé (-0,1 Prozent) und Novartis (-0,3 Prozent) tendieren nur leicht im Minus. Dagegen verlieren Roche (-0,8 Prozent) stärker an Wert.

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Reaktion auf Eigenkapitalvorschriften übertrieben

Derweil wechselten UBS (+0,9 Prozent) und Credit Suisse (+0,2 Prozent) nach anfänglich deutlichen Verlusten das Vorzeichen. Ein Händler wertet die ersten Reaktionen auf die gestrigen Spekulationen um höhere Anforderungen des Eidgenössische Finanzdepartements (EFD) an den Leverage Ratio als übertrieben. Vielmehr sei UBS auf dem gegenwärtigen Bewertungsniveau möglicherweise ein «Kauf», sagte er. Wenig Aufmerksamkeit wird der Einigung der UBS mit der US-Börsenaufsicht SEC und der damit einhergehenden Zahlung von 19,5 Millionen Dollar im Streit um falsche Angaben zu sogenannten Währungsindexprodukten beigemessen.

Nebst den Grossbanken sind etwa auch noch Kühne+Nagel (+1,3 Prozent) oder Adecco (+0,7 Prozent) in die Gewinnzone vorgestossen. Der Logistikkonzern Kühne+Nagel hatte am Dienstag die Anleger mit über Erwarten guten Neunmonatszahlen überzeugt.

DKSH brechen ein

Im breiten Markt sind Unternehmensnachrichten dünn gesät. Der Verpackungshersteller Bobst (Aktie: -2,3 Prozent) gab bekannt, dass man die chinesische Gordon Ltd vollständig übernehmen wird. Die bestehende Option auf eine komplette Übernahme der Firma mit Sitz in Hongkong sei eingelöst worden, hiess es. Bobst war im Besitz von 65 Prozent.

Die Papiere des Handelskonzerns DKSH brechen um 5,5 Prozent ein, nachdem HSBC den Titel auf «Reduce» von «Hold» gesenkt hat. Der Analyst sorgt sich dabei um die Geschäftsentwicklung in den für DKSH wichtigen asiatischen Märkten. Die UBS empfiehlt zudem Ems Chemie neu zum «Verkauf». Die Aktie verliert daraufhin 2,3 Prozent. Die wenigen Gewinner werden von Von Roll (+4,3 Prozent) und Meyer Burger (+4,1 Prozent) angeführt.

(awp/dbe/mbü)