Der Schweizer Aktienmarkt hat nach einem volatilen Handelsverlauf im Minus geschlossen. Zwar hatte der Swiss Market Index (SMI) am Morgen noch fester eröffnet. Aufgrund der hohen Nervosität an den weltweiten Börsen rutschte er im Handelsverlauf jedoch ins Minus. Die Schuldenkrisen in Europa und den USA standen im Fokus der Anleger.

Das Scheitern der überparteilichen Kommission, die Lösungsvorschläge für einen Abbau des enormen US-Staatsdefizits machen sollte, sei weder unerwartet gekommen noch habe es unmittelbare Auswirkungen, hiess es. In Europa werde die Uneinigkeit zwischen Deutschland und anderen Staaten über die weiteren Schritte in der Euro-Krise genau beobachtet.

Am Nachmittag publizierte Daten zum Bruttoinlandprodukt der USA, welche etwas schlechter ausfielen als erwartet, belasteten die Börsen in den USA und in Europa.

Givaudan, Lonza und Syngenta im Plus

Bei Handelsschluss lag der SMI 0,54 Prozent unter dem Vortag bei 5447 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 0,53 Prozent auf 4939 Punkte.

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Bei den Bluechips lagen die Aktien des Duftstoffherstellers Givaudan an der Spitze, die 4 Prozent höher schlossen. Das Unternehmen informierte auf einer Roadshow im schottischen Edinburgh Investoren und Fachleute über die Lage des Unternehmens, was vom Markt positiv aufgenommen wurde

Ebenfalls deutlich höher notierten die Chemietitel Lonza (+1,3 Prozent) und Syngenta (+1,1 Prozent).

Julius Bär legt zu

Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch schlossen 1,3 Prozent im Minus, jene des Luxusgüterkonzerns Richemont verloren gar 1,9 Prozent. Auch die Papiere des Zementherstellers Holcim (-0,8 Prozent) schlossen tiefer.

Bei den Finanzwerten legten die Aktien von Julius Bär (+1,7 Prozent) deutlich zu, während die Titel der Grossbanken Credit Suisse (-1,3 Prozent) und UBS (-2,1 Prozent) an Wert verloren. Abwärts ging es auch für die Papiere des Versicherers ZFS (-1,2 Prozent), während die Aktien von Swiss Re (+0,3 Prozent) zulegen konnten.

Die Papiere des Ölbohrausrüsters Transocean (+0,1 Prozent) wurden heute mit einem Dividendenabschlag gehandelt. Das Unternehmen hat für das dritte Quartal 0,79 Dollar pro Aktie an die Anteilseigner ausgeschüttet. Deutlich verloren dagegen die Aktien des Spezialchemiekonzerns Clariant (-2,8 Prozent), gefolgt von jenen des Personalvermittlers Adecco (-2,5 Prozent).

Schwergewichte im Minus

Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé schlossen 0,1 Prozent tiefer. Das Unternehmen investiert 83 Millionen Franken in eine Getränkefabrik in Brasilien. Die Titel des Industriekonzerns ABB gaben nach positivem Start mit einem Minus von 0,9 Prozent ebenfalls nach.

Deutliche Einbussen verzeichneten die Papiere der Pharmakonzerne Roche (-0,4 Prozent) und Novartis (-0,9 Prozent), was den SMI klar belastete.

(tno/sda/awp)

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