Die Anleger an der Schweizer Börse haben auch am Donnerstag einen Bogen um Beteiligungspapiere gemacht. Der SMI fiel um 1,1 Prozent auf 8358 Zähler. Die Marktteilnehmer seien stark verunsichert, sagte ein Händler. Selbst unerwartet gute Konjunkturzahlen aus Deutschland konnten deshalb den Kursrückgang nicht stoppen. Der Ifo-Index war im September unerwartet gestiegen.

«Neben weltweiten konjunkturellen Sorgen belasten uns nun auch noch Probleme von einzelnen Grossfirmen wie etwa der Abgasskandal bei Volkswagen, der sich auf die gesamte Branche auszuweiten droht», sagte ein Händler.

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Clinton setzt Pharmasektor unter Druck

Jüngst waren auch Titel aus dem an sich als krisensicher geltenden Pharmasektor unter Abgabedruck geraten, nachdem US-Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton hohen Medikamentenpreisen in den USA den Kampf angesagt hatte. «Was soll man da noch kaufen, wenn man überall mit Rückschlägen rechnen muss», sagte ein Händler.

Rückschläge drohen auch aus charttechnischer Sicht. Der kurzfristige Trend sei negativ, die Momentum-Indikatoren zeigten Abwärtsdruck, erklären die Experten der Zürcher Kantonalbank. Unterstützung für den SMI orten sie bei 8350, 8200 und 8000 Punkten. Einem Händler zufolge könnte sich das vor einem Monat erreichte Tief von 8150 Zählern als Wendepunkt erweisen.

LafargeHolcim im Minus

Die Standardwerte gaben meist nach. Zu den wenigen Kursgewinnern gehörte Swisscom mit 0,7 Prozent Kursplus. Positive Kommentare von den Analysten von Berenberg und LBBW stützten den Telekomtitel.

Am anderen Ende zu finden war LafargeHolcim mit 2,2 Prozent Kursminus. Der Zement-Produzent hat seit Jahresanfang mehr als einen Fünftel an Wert verloren. Als Erklärung dafür werden vor allem die Konjunkturabschwächung in Schwellenländern, in denen der Konzern stark aktiv ist, und die Risiken für die Weltwirtschaft genannt. "Zudem ist die Aktie wie ein Stein durch sämtliche charttechnischen Unterstützungen gerasselt", sagte ein Börsianer. Der Kursverfall könnte weiter anhalten, obwohl Analysten die Titel mehrheitlich zum Kauf empfehlen.

Zykliker generell auf der Verkaufsliste

Zyklische Werte standen generell auf den Verkaufslisten. Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont fielen um 1,4 Prozent. Die Anteile von Rivale Swatch sanken um 1,6 Prozent.

Die schwergewichtigen Pharmatitel Novartis und Roche ermässigten sich jeweils um ein halbes Prozent. Die Nestle-Aktien sanken um ein Prozent.

Bei den Banken wurden Credit Suisse um 0,2 Prozent tiefer gehandelt und UBS sanken um 0,5 Prozent. Bei den Versicherungen standen nach der jüngsten Gewinnwarnung die Aktien von Zurich mit einem Minus von 0,7 Prozent weiter unter Druck.

Am breiten Markt büssten Panalpina 3,5 Prozent auf 108,30 Franken ein. Die Deutsche Bank hat das Kursziel für den Logistikkonzern auf 120 von 126 Franken gesenkt. Die Aktien von Autozulieferern wie Autoneum und Fischer gaben ebenfalls nach.

(reuters/dbe/ama)