Die Schweizer Börse ist mit höheren Kursen in den Mittwochhandel gestartet. Der SMI stieg um 0,4 Prozent auf 8893 Punkte. Händler rechnen im Tagesverlauf nicht mit grösseren Kursschwankungen. Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend dürften die Anleger vorsichtig bleiben, hiess es.

Kaum ein Beobachter erwartet, dass sich Zentralbankgeld erstmals seit fast zehn Jahren verteuern wird. Viele hoffen aber zumindest auf einen klaren Hinweis, wann genau sich die Fed die Abkehr von der Nullzinspolitik zutraut. Notenbankchefin Janet Yellen und ihre Kollegen werden ihre Entscheidung und Begründung nach Handelsschluss in Europa veröffentlichen.

Fokus auf Quartalszahlen

Im Zentrum des Schweizer Handels blieben die Quartalsberichte. Kaum Impulse verleihen konnte allerdings der Zwischenbericht der Bank Vontobel den Aktien des Vermögensverwalters. Die Titel rückten ein halbes Prozent vor. Im ganzen Jahr dürfte der Gewinn den Vorjahreswert von 134,5 Millionen Franken übertreffen. Vontobel peile weitere Zukäufe im Private Banking und im Asset Management an.

Bei den Standardwerten überwogen die Gewinner, wobei die Kursausschläge meist unter einem Prozent lagen. Merklich gebremst wurde der Leitindex von UBS. Die Aktien der grössten Schweizer Bank sanken um 1,4 Prozent. JPMorgan hat die Empfehlung auf «Neutral» von «Overweight» zurückgenommen und die Titel aus der Top European Picks-Liste gestrichen.

Analyst Kian Abouhossein erklärte, die Markterwartungen bezüglich des Gewinns und der Kapitalrenditen seien zu optimistisch. In der Vermögensverwaltung dürften sich das Ertragswachstum aus dem Asien-Geschäft mittelfristig verlangsamen. Das Geldhaus verliert zudem Verwaltungsrat Jes Staley, nachdem der Manager zum Chef der britischen Bank Barclays ernannt wurde.

Novartis erholen sich

Die Aktien der Credit Suisse und des Vermögensverwalters Julius Bär waren wenig verändert. Kursausschläge von bis zu einem halben Prozent gab es bei den Versicherungen. Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re stiegen am Tag vor dem Quartalsbericht um 0,7 Prozent.

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Novartis rückten leicht vor. Der schwergewichtige Pharmawert hatte am Vortag nach einer mit Enttäuschung aufgenommenen Quartalsbilanz 1,6 Prozent verloren. Stärker griffen die Anleger bei den Titel von Rivale Roche zu; sie rückten 1,1 Prozent vor. Auch das dritte Indexschwergewicht Nestle zog 0,8 Prozent an.

Swatch heruntergestuft

Anteile von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen waren meist unter den Kursgewinnern zu finden. Die Swatch-Aktien allerdings gaben 0,3 Prozent nach. Exane BNP hat die Empfehlung für den Uhrenhersteller auf «Neutral» von «Outperform» zurückgenommen. Für zahlreiche andere Luxusgüterwerte senkte die französische Bank in einer Branchenstudie das Kursziel, hielt aber an den Empfehlungen fest. Für Richemont wurde das Kursziel angehoben und die Einstufung «Outperform» bekräftigt. Die Richemont-Aktien rückten 1,1 Prozent vor.

Am breiten Markt gaben die Aktien der Glarner Kantonalbank 2,6 Prozent nach, obwohl das Geldhaus nach einem bislang guten Jahresverlauf mehr Jahresgewinn in Aussicht gestellt hatte.

Die Anteile von Straumann zogen 1,4 Prozent an. Die Zahnimplantate-Firma hat Patentstreitigkeiten mit dem Rivalen Sirona beigelegt und will künftig mit dem US-Unternehmen zusammenarbeiten.

Die Tecan-Aktien stiegen um 0,7 Prozent. Der Laborausrüster übernimmt die Zürcher Laborautomationsfirma Sias mit rund 80 Beschäftigten. Der Kaufpreis entspricht ungefähr dem 2015 erwarteten Jahresumsatz von rund 25 Millionen Franken und wird in bar entrichtet.

(reuters/dbe)