Frau Vogt, welche Ereignisse werden die kommende Woche prägen?
Judith Vogt*: Heute Montag soll Griechenland den Euro-Finanzministern eine akzeptable Reformliste vorgelegt haben. Ansonsten kommen diese Woche Zahlen aus Deutschland zur Wirtschaftsstimmung institutioneller Anleger und zum Einkaufsmanagerindex. Aus den USA kommen Daten zum Immobilienmarkt und aus China zur Wirtschaftsaktivität des produzierenden Gewerbes.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Wie wird dies die Schweizer Börse beeinflussen?
Die Konjunkturstimmung in Deutschland darf besser erwartet werden, was sich auch positiv auf die Schweizer Börse auswirken sollte. Auch die Stimmung des US-Immobilienmarktes ist erfreulich und wirkt damit allgemein stützend. Nur China dürfte etwas enttäuschen, wächst doch die Wirtschaft ein wenig langsamer.

Welche Unternehmen/Branchen stehen nächste Woche im Fokus?
In der Schweiz steht die Woche im Zeichen der Quartalsergebnisse von Credit Suisse, Roche und Novartis. Angesichts der rasanten Kursentwicklungen von Credit Suisse und Novartis seit Anfang des Jahres erwarte ich durch die Bekanntgabe der Ergebnisse keine weiteren Kurssprünge, sondern empfehle eher Gewinnmitnahmen. Roche dagegen hat noch Potenzial nach oben.

Ihr Ratschlag für Anleger für die kommende Woche?
Lassen Sie Gewinne bis Ende April laufen oder nehmen Sie schon vorsichtig etwas Gewinn mit, denn vielleicht gibt es im Mai wieder Verkäufe zu Ende der Frühlingsrally.

Wo drohen kommende Woche Verluste?
Obwohl sich einige Rohstoffe letzte Woche erholt haben, sprechen die Fakten nicht dafür, dass sich diese Erholung fortsetzt. Es wird weiterhin mehr Öl produziert, als verbraucht und die amerikanischen Öllager sind Anfang Mai definitiv voll. Der Aufschub der Zinserhöhung in den USA verschiebt auch einen eventuellen Preisanstieg der Edelmetalle.

*Judith Vogt ist CEO von Vogt Consult, einem unabhängigen Beratungsunternehmen im Investmentsektor. Die obigen Aussagen sind ein Auszug aus dem Interview, das sie der Nachrichtenplattform finanzen.ch gab. Dort erklärt Vogt auch, warum sie glaubt, dass der SMI weiter steigen wird.