Dank guter Vorgaben ist der Schweizer Aktienmarkt mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der SMI ist dabei erstmals seit August wieder über die Marke von 9'000 Punkten gestiegen. Die Wall Street hatte am Dienstag freundlich geschlossen und damit die Vorarbeit für die Kursgewinne der asiatischen Börsen an diesem Mittwoch geleistet. Als Grund hierfür wird vor allem eine verbesserte Stimmung mit Blick auf China genannt.

Hierzulande ist die Nachrichtenlage auf Unternehmensseite eher überschaubar. Lediglich der Schokoladehersteller Barry Callebaut legte an diesem Morgen Zahlen vor und wurde für eine nachlassende Profitabilität mit Kursabschlagen von zeitweise mehr als 6 Prozent abgestraft.

Fast alle Blue Chips im Plus

Die Berichtssaison nimmt erst mit dem morgigen Donnerstag wieder an Fahrt auf, wenn mit Swisscom, Adecco und Zurich gleich drei SMI-Titel auf dem Programm stehen. Dagegen dürften zahlreiche Konjunkturdaten für Bewegung sorgen, allen voran der ADP-Arbeitsmarktbericht aus den USA am frühen Nachmittag. Von ihm erhoffen sich Marktteilnehmer Hinweise auf die möglicherweise bevorstehende Zinswende in den USA, da die Zahlen als Indikator für die offiziellen US-Jobdaten gelten, die am Freitag auf dem Programm stehen.

Der Swiss Market Index (SMI) zieht bis um 09.35 Uhr um 0,77 Prozent auf 9'004,21 Punkte an. Es ist der höchste Stand seit August, als die verstärkten Sorgen um China die Märkte weltweit belastet hatten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in welchem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,61 Prozent auf 1'351,79 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,64 Prozent auf 9'206,85 Stellen. Von den 30 Blue Chips notieren 29 im Plus. Lediglich die CS-Papiere knüpfen an die schwache Vortagestendenz an.

Schwergewichte im Plus

Zu den Gewinnern zählen im frühen Handel etwa die drei Schwergewichte Roche (+1,5 Prozent), Novartis (+1,0 Prozent) und Nestlé (+0,7 Prozent). Hier stützen vor allem die beiden Pharmatitel. Sie waren zuletzt dem Markt etwas hinterhergelaufen. Roche wurde in «Finanz und Wirtschaft» aktuell auch als einer der verkannten Schweizer Werte aufgeführt. Die ohnehin volatilen Transocean (+0,8 Prozent) setzen ihre Erholung ebenfalls weiter fort.

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Auffällig ist, dass zahlreiche Werte an diesem Morgen zulegen, die am Vortag auf den verkaufslisten standen. So auch Aryzta (+3,1 Prozent), Sonova (+1,0 Prozent) und Actelion (+0,9 Prozent).

Analysten senken Kursziele für Banken

Die Bankenwerte Credit Suisse (-0,2 Prozent), Julius Bär (+0,2 Prozent) und UBS (+0,5 Prozent) können dagegen ihre vorbörslich Erholung nur bedingt verteidigen und hinken dem Gesamtmarkt hinterher. Bereits am Vortag hatten enttäuschende Zahlen der UBS die gesamte Branche belastet.

An diesem Mittwoch senkten Analysten nun reihenweise ihre Kursziele für die Bank-Aktien. Zur Begründung heisst es beispielsweise bei Morgan Stanley, dass die verstärkten regulatorischen Anforderungen der Bank stärker als erwartet zu schaffen machten.

Barry Callebaut abgestraft

Im insgesamt nachrichtenarmen Umfeld schauen Investoren vor allem aber auf die Zahlen von Barry Callebaut (-5,7 Prozent), deren Aktien am breiten Markt notiert sind. Der weltgrösste Schokolade-Produzent hat im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende August) das Verkaufsvolumen deutlich gesteigert. Der Gewinn fiel allerdings etwas tiefer aus als im Vorjahr. Die ersten Analystenreaktionen fallen zurückhaltend aus. In einem Kommentar heisst es: «Volumen top, Profitabilität kann nicht mithalten».

Deutlich im Minus notieren im breiten Markt noch Micronas (-3,5 Prozent), die Liechtensteinische Landesbank (-2,0 Prozent) und Gurit (-1,9 Prozent). Das Gegenstück bilden unter anderem die Aktien der BVZ Holding, die im 8 Prozent steigen, gefolgt von Starrag (+3,5 Prozent) und der Bellevue Group (+1,7 Prozent).

(awp/dbe/ama)