Als Reaktion auf das angekündigte Referendum in Griechenland hat die EU ihre Milliardenhilfe für das Land bis zu der Entscheidung erst einmal auf Eis gelegt. Im Vorfeld des G20-Gipfels stieg der Druck der EU auf die Athener Regierung, sich zum Verbleib in der Euro-Zone zu bekennen. Aber auch auf einen Austritt des Landes aus der Euro-Zone sei die EU vorbereitet, hiess es. Die Börsen reagierten negativ auf diese Nachrichten. Der SMI verlor bis 9.55 Uhr 0,22 Prozent auf 5599 Punkte.

Die Nachrichten aus Cannes sorgen bei den Finanzwerten für deutliche Abschläge. Auch die Konjunkturanfälligen Titel sind erneut unter Druck.

An den Verlusten können auch die über den Erwartungen ausgefallenen Zahlen der Swiss Re nichts ändern, dessen Papiere den Schweizer Leitindex jedoch stützen. Die Aktien des Rückversicherers sind nach dem Ausweis von Quartalszahlen in einem schwachen Gesamtmarkt mit deutlich festeren Kursen in den Handel gestartet. Die Swiss Re hat die Anleger mit einem klar über den Erwartungen liegenden Gewinn positiv überrascht. Die ersten Reaktionen in Händler- und Analystenkreisen sind denn auch durchwegs positiv. Bis um 9.25 Uhr klettern Swiss Re um 4,4 Prozent auf den aktuellen Tageshöchstwert von 48,25 Franken.

Swiss Re stützen

Die Quartalszahlen seien klar besser als erwartet ausgefallen, so der Tenor am Markt. Positiv beeinflusst wurden die Zahlen durch Gewinne aus der Währungsabsicherung und Reserveauflösungen für Geschäft aus früheren Jahren. Allerdings habe Swiss Re auch im Kerngeschäft überzeugt, schreibt Stefan Schürmann von der Bank Vontobel. Dabei übertraf der Gewinn im Nicht-Leben-Segment die Erwartungen unter anderem dank der unter den Erwartungen liegenden Schadenlast aus Naturkatastrophen.

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Er werde seine Gewinnschätzungen für das laufende Jahr anheben, erwartet für 2012 aber keine wesentlichen Veränderungen. Das zugrunde liegende Wachstum von Swiss Re sei kräftig und bestätige die positive «Buy»-Einschätzung, so der Vontobel-Analyst weiter.

Auch Georg Marti von der ZKB schreibt von einem insgesamt starken Kennzahlenset. Dabei habe sich das Nichtlebengeschäft sehr gut entwickelt. Auch die um die moderate Katastrophenbelastung und die Reservenauflösungen angepasste Combined Ratio sei mit einem Wert von 90,2 Prozent  immer noch sehr gut. Positiv seien auch die Entwicklung im Asset Management sowie die Aussagen zu der bevorstehenden Januar-Vertragserneuerungsrunde. Der ZKB-Analyst hält an seiner Einschätzung von «Übergewichten» fest.

Versicherungssektor stellt Banken in den Schatten

Die gute Entwicklung von Swiss Re zeige einmal mehr auf, dass der Versicherungs- den Bankensektor immer mehr in den Schatten stelle, meint Fabrizio Croce von Kepler. Dabei dürfte Swiss Re die gute Geschäftsentwicklung fortsetzen und künftig vom «AA»-Kreditrating verstärkt profitieren können. Croce belässt sein Rating auf «Hold».

Die Namenaktien von Transocean sind am Donnerstag nach Vorlage der Drittquartalszahlen mit deutlichen Abschlägen in den regulären Handel gestartet. Das vom Ölserviceunternehmen für das dritte Quartal 2011 veröffentlichte Ergebnis lag deutlich unter den Erwartungen. Wegen eines überraschenden Verlustes aus Währungsabsicherungsgeschäften wies das Unternehmen gar rote Zahlen aus.

Bis um 9.50 Uhr fallen Transocean Namen um 8,4 Prozent auf 45,36 Franken. Mit rund 145'000 gehandelten Titel wurde bereits ein Drittel des üblichen Tagesvolumens erreicht. In Analystenkreisen wird der Ergebnisausweis als überraschend schwach bezeichnet. Für den unerwarteten Verlust werden neben dem Fehlbetrag von 78 Millionen US-Dollar aus einem Devisenkontrakt auch deutlich höher als befürchtete Kosten für die Instandhaltung und den Betrieb der Infrastruktur verantwortlich gemacht. Im Jahresvergleich seien diese Kosten um 28 Prozent gestiegen.

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(laf/vst/awp)