Der Schweizer Aktienmarkt hat nach einem wechselhaften Verlauf gehalten geschlossen. Vor allem die Risikoaufschläge auf Anleihen südeuropäischer Länder, aber auch rekordhohe Renditen bei belgischen und französischen Staatstitel gaben während der ersten Handelshälfte wieder Anlass zur Sorge.

Trotz der vollzogenen politischen Schritte in Europa bleibe die Unsicherheit in der Schuldenkrise hoch, hiess es unter Marktbeobachtern. Im weiteren Verlauf des Handels boten hingegen teils über Erwarten gute US-Konjunkturdaten den Märkten temporär eine Stütze.

Gestützt hat den Leitindex SMI zudem vor allem die rege Nachfrage nach den Index-Schwergewichten, allen voran nach Nestlé-Aktien (+1,2 Prozent) sowie ferner Titel der defensiven Pharmatitel Novartis (+0,6 Prozent) und Roche (+0,4 Prozent).

Der SMI schloss um 0,06 Prozent höher bei 5664 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) sank um 0,08 Prozent auf 5147 Zähler.

Banken im Minus

Die Papiere der UBS schlossen um 2,9 Prozent tiefer. Die Grossbank hatte nicht ganz unerwartet Sergio Ermotti dauerhaft an der Konzernspitze installiert. Zudem räumt Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger im kommenden Frühjahr seinen Stuhl vorzeitig. Die Nachricht entspreche den Erwartungen, sagten Händler. Nun gelte es, die Details zur Strategie abzuwarten, die am Donnerstagabend anlässlich eines Investorentages erwartet werden.

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Die Aktien der Credit Suisse fallen mit -3,9 Prozent stärker zurück. Hier wirkte sich in dem für Banken generell schwachen Markt-Sentiment zusätzlich die angedrohte Abstufung des Langfristratings von Moody's vom Vorabend negativ aus, hiess es im Handel. Der Entscheid zur Überprüfung folge auf den Bericht zum dritten Quartal der Bank, die schwächer als erwartet ausgefallen seien. Die am Berichtstag kommunizierte Integration der Tochter Clariden Leu trat dagegen in den Hintergrund.

Die Titel von Julius Bär lagen 0,31 Prozent im Minus.

Swisslife verlieren

Ergebnisse präsentierten aus dem SMI/SLI der Lebensversicherer Swiss Life (-1,6 Prozent) und der Hörsystemhersteller Sonova (+0,9 Prozent). Die Titel von Sonova lagen über weite Strecken im Minus. Swiss Life hat im dritten Quartal 2011 beim Geschäftsvolumen einen deutlichen Rückgang um 20 Prozent hinnehmen müssen. Dieser komme aber nicht ganz unerwartet, sagten Analysten.

Sonova erlitt einen Gewinneinbruch von fast 40 Prozent im ersten Halbjahr. Neben dem starken Franken macht das Management dafür den Rückruf eines Cochlea-Hörimplantats Ende letzten Jahres verantwortlich. Zudem hat das Unternehmen seine Guidance für die Ebitda-Marge leicht gesenkt.

(tno/sda/awp)