Die Schweizer Börse hat am Donnerstag im Verlauf an Schwung verloren. Kursgewinne der als krisensicher geltenden Schwergewichte hielten den Markt in der Gewinnzone. Der SMI notierte am Mittag noch um 0,4 Prozent höher bei 8613 Punkten. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,9 Prozent gefallen.

Die Anleger hielten sich wegen der unterschiedlichen Impulse zurück. Einerseits sorgten Spekulationen auf eine spätere Zinswende in den USA in Asien für steigende Kurse. Laut der jüngsten Einschätzung der US-Notenbank Fed hat die US-Wirtschaft ihren Expansionskurs bis Anfang Oktober auf kleiner Flamme fortgesetzt. Fed-Chefin Janet Yellen hat eine Erhöhung der Zinsen noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt, sollte die Inflation stabil bleiben und die US-Wirtschaft stark genug sein, einen Zinsschritt zu verkraften.

Franken zieht an

Dagegen lastete der wieder etwas stärkere Franken auf Aktien der stark exportorientierten Industriefirmen und Banken. Der Franken zog nach den Äusserungen von Ewald Nowotny an. Das EZB-Ratsmitglied hatte erklärt, das Inflationsziel der EZB von knapp zwei Prozent werde «deutlich verfehlt». Es sei offensichtlich, dass es weitere zusätzliche Instrumente brauche.

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Gebremst wurde der Anstieg durch kräftige Abgaben bei den Anteilen von Syngenta. Der Titel des Düngemittel- und Saatgutherstellers büsste nach einer Prognosesenkung 2,8 Prozent ein. Nach einem Umsatzrückgang im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar kappte der Konzern die Jahresprognose.. Analysten hatten mit 2,82 Milliarden Dollar gerechnet.

Sulzer klar im Minus

Die Aktien von Sulzer sackten nach einem enttäuschenden Zwischenbericht um über zwei Prozent ab. Nach einem leichten Rückgang des Bestellungseingangs in den ersten neun Monaten senkte der Anlagenbauer die Prognosen und geht nun davon aus, dass das währungsbereinigte operative Ebita 2015 um zehn bis 15 Prozent niedriger ausfallen wird als 2014.

Eine Gewinnwarnung liess die Aktien des Logistikkonzerns DKSH um gut drei Prozent fallen. Die Terroranschläge in Thailand beeinflussten das Geschäft. Umsatz und Gewinn würden in etwa auf Vorjahreshöhe erwartet, teilte DKSH mit. Die progressive Dividendenpolitik werde fortgeführt. Der Titel war bereits am Vortag nach einer Verkaufsempfehlung von HSBC um fünf Prozent gefallen.

Pharmariesen im Plus

Festere Kurse verbuchten die als krisensicher geltenden Schwergewichte Novartis und Roche mit plus 0,9 und 0,4 Prozent.

Nestle stiegen vor dem am Freitag erwarteten Quartalsumsatz um 0,7 Prozent. Die Anleger kauften den Titel nach dem besser als erwarteten Zwischenbericht von Konkurrent Unilever. Analysten erwarten bei Nestle einen knapp gehaltenen Umsatz nach neun Monaten.

Die Anteile von Firmen mit einem konjunkturabhängigen Geschäft büssten die anfänglichen Gewinne zum Teil ein. Die Aktie des Elektrotechnikkonzerns ABB sanken um 0,6 Prozent.

Burberry belastet Richemont und Swatch

Die beiden Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch schwächten sich um ein halbes Prozent ab. Händler sagten, nach dem schlechter als erwarteten Quartalsbericht des britischen Edelmodekonzerns Burberry verzeichneten die beiden Titel vermehrt Abgaben.

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Zu den Gewinnern zählten neben Transocean auch die Aktien von LafargeHolcim. Der Zementkonzern hat in der jüngsten Zeit massiv an Wert verloren.

Die Bankaktien Credit Suisse und UBS sowie der Versicherer Swiss Re verloren leicht Terrain.

Zehnder ziehen an

Am breiten Markt stachen die Anteile von Zehnder hervor. Die Ankündigung eines Aktienrückkaufs verhalf den Aktien des Bauzulieferers zu einem Plus von zwei Prozent auf 33,75 Franken. Zehnder will 220.000 Aktien zu einem Fixkurs von 34,10 Franken rückkaufen.

Gefragt waren auch Aktien die zuletzt stark gefallen waren. So konnten sich die Titel des Chipherstellers AMS, der Finanzboutique Leonteq oder der Beteiligungsgesellschaft BB Biotech kräftig erholen. Dagegen litten die Papiere des Solarzulieferers Meyer Burger unter Gewinnmitnahmen.

(reuters/dbe)

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