Kräftige Kursgewinne am Tokioter Aktienmarkt haben der Schweizer Börse Auftrieb verliehen. Der Schweizer Leitindex SMI notierte am Mittag um zwei Prozent höher mit 8931 Punkten. Der Anstieg war zu fast zwei Dritteln den drei Marktschwergewichten aus dem Pharma- und Lebensmittelbereich geschuldet.

Die Aussicht auf weitere Konjunkturstimuli liess den Nikkei-Index in Tokio 7,7 Prozent in die Höhe schiessen - so stark wie seit Jahren nicht mehr. Zuvor hatte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe angekündigt, die Unternehmenssteuern zu senken. Unterstützung kam auch vom geplanten chinesischen Konjunkturpaket. Nach schwachen Ein- und Ausfuhrdaten will die Regierung in Peking die Wirtschaft des Landes mit umgerechnet rund zehn Milliarden Euro ankurbeln.

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Schwergewichte legen zu

Die Anteile der Pharmakonzerne Novartis und Roche stiegen um 2,4 und 1,6 Prozent. Der Titel der weltgrössten Lebensmittelfirma Nestlé rückte um 2,2 Prozent vor.

Die prozentual stärksten Gewinne verbuchten Aktien zyklischer Firmen. Der höhere Ölpreis verhalf den Titeln des Bohrplattform-Betreibers Transocean zu einem Plus von 3,6 Prozent. Die Titel von LafargeHolcim kletterten 2,8 Prozent auf 58,50 Franken. Goldman Sachs hat die Empfehlung für den Zementkonzern auf «Buy» von «Neutral» und das Kursziel auf 80,40 Franken angehoben.

ABB profitiert von Sparprogramm

Die Anteile von ABB stiegen trotz gekappter Wachstumsziele um knapp ein Prozent. Der Elektrotechnikkonzern rechnet bis 2020 nur noch mit drei bis sechs Prozent Umsatzzuwachs statt mit vier bis sieben Prozent. ABB will bis Ende 2017 zusätzlich eine Milliarde Dollar in der Verwaltung einsparen. Die einzelnen Bereiche sollen neu aufgestellt werden . Damit könnte ABB doch einen Schritt in Richtung einer Aufteilung des Konzerns gemacht haben, sagte ein Händler. «Darauf haben manche Marktteilnehmer spekuliert», sagte ein anderer Börsianer.

Kaufempfehlungen trieben die Aktien des Luxusgüter-Produzenten Richemont und des Versicherers Zurich jeweils 2,2 Prozent hoch.

Santhera der Gewinner im breiten Markt

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS rückten 1,5 und 2,6 Prozent vor.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Santhera mit einem 4,4 Prozent Kursgewinn auf. Das Medikament Raxone wurde in der EU zur Behandlung der Augenerkrankung LHON zugelassen.

Die Anteile von Kaba rückten um 0,8 Prozent vor. Die Schliesstechnik-Firma enttäuschte zwar mit dem Jahresergebnis und der Dividende die Markterwartungen. Doch Händler erklärten, die Zahlen seien Vergangenheit. Kaba werde durch den Zusammenschluss mit Dorma eine ganz andere Firma. «Wir stehen ganz am Anfang», sagte ein Händler.

(reuters/mbü/chb)