Die Sanktionskommission der Schweizer Börsenbetreiberin SIX Swiss Exchange hat gegen die Liechtensteinische Landesbank eine Busse in der Höhe von 200'000 Franken wegen fahrlässiger Verletzung von Vorschriften betreffend Offenlegung von Management-Transaktionen ausgesprochen.

«Die Vorschriften zur Offenlegung von Management-Transaktionen verpflichten die Emittenten, meldepflichtige Personen über deren Pflichten gehörig zu instruieren», wie die örsenbetreiberin in einer Mitteilung vom Montag schreibt. Das geschah im vorliegenden Fall offenbar nicht. «Eine im Jahr 2013 neu in den Verwaltungsrat gewählte Person wurde erst etwas mehr als drei Wochen nach der Wahl erstmals auf die Pflichten zur Meldung von Management-Transaktionen hingewiesen. Die Sanktionskommission kam zum Schluss, dass die Instruktion damit zu spät erfolgt war.»

«Die Instruktion war ausserdem nicht umfassend», heisst es weiter. Die Bank dachte, das neue Verwaltungsratsmitglied wisse um die SIX-Regeln. Schliesslich habe es «Kenntnisse aus füheren Tätigkeiten» gehabt, das hätte die Bank von einer vollständigen Instruktion befreit. Die Börsenaufsicht kommt zu einem anderen Schluss: Die konkrete Instruktion war trotz Vorkenntnissen ungenügend.

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42 Börsentage zu spät

«Emittenten müssen Management-Transaktionen, die ihnen gemeldet werden, innert drei Börsentagen an SIX Exchange Regulation weiterleiten. Die Sanktionskommission kam zum Schluss, dass die Management-Transaktion 42 Börsentage zu spät der Öffentlichkeit bekannt gegeben wurde.» Die Börsenaufsicht relativiert aber auch gleich wieder: Die zu spät veröffentlichte Information habe «kein für die Anleger objektiv auswertbares Wissen» gehabt. Es liege daher insgesamt eine mittelschwere Verletzung vor.

«Zugunsten der Gesellschaft wurde gewürdigt, dass der Emittent SIX Exchange Regulation umgehend kontaktierte, nachdem die Verspätung festgestellt worden war und dass in den letzten drei Jahren keine Sanktion gegen den Emittenten ausgesprochen wurde», schreibt die Börsenbetreiberin weiter. Ausserdem wurde positiv gewertet, dass die Bank inzwischen Massnahmen ergriffen habe, den Instruktionsprozess zu verbessern. Bei der Festsetzung der Sanktion zog die Sanktionskommission in Betracht, dass es sich vorliegend um eine mittelschwere Verletzung handelte, die fahrlässig begangen wurde.

(ise/ama)