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SNB-Umfrage
Schweizer haben 133 Franken im Portemmonnaie

Schweizer mögen eher grosse Noten als Bürger im Euroraum.

Eine Umfrage der Schweizer Nationalbank zeigt, wie Schweizer am liebsten bezahlen. Populär ist Bargeld. Deshalb bleibt die 1000er-Note.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Bargeld ist und bleibt das beliebteste Zahlungsmittel in der Schweiz. Im Durchschnitt tragen jede und jeder 133 Franken im Portemonnaie mit sich herum. Zusätzlich stecken in der Brieftasche auch zwei verschiedene bargellose Zahlungsmittel.

Darunter fallen Debit- und Kreditkarten. Neuartige Formen wie Bezahl-Apps sind im Vergleich dazu noch wenig verbreitet, wie eine von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erhobene und am Donnerstag veröffentlichte Umfrage zeigt.

Bargeld und auch Bezahl-Apps werden dabei namentlich für die Zahlung von kleinen und mittleren Beträgen eingesetzt. Für Beträge ab 50 Frankennutzen die Leute dagegen vermehrt Debitkarten wie Maestro/EC-Karte oder Postcard und für Beträge ab 200 Franken  Kreditkarten.

Die Debitkarte ist in der Schweiz denn auch das mit Abstand meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmittel. Von den erfassten Transaktionen werden 22 Prozent damit abgewickelt. Der entsprechende Anteil bei Kreditkarten beträgt 5 Prozent.

70 Prozent in bar

In der Schweiz wohnhafte Personen ab 15 Jahren nehmen pro Tag durchschnittlich 1,6 Zahlungen vor. Dabei beläuft sich der Durchschnittsbetrag auf 41 Franken. Von den erfassten Zahlungen werden 70 Prozent bar abgewickelt. Bezogen auf die Beträge werden 45 Prozent der Ausgaben mit Bargeld bezahlt.

Die Bevölkerung in der Schweiz weist insgesamt ein ähnliches Zahlungsverhalten auf wie die Bevölkerung der Eurozone im Durchschnitt, hält die SNB weiter fest.

Im Rahmen der im Herbst 2017 durchgeführten Umfrage gaben rund 2000 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz in einem Interview Auskunft über ihr Zahlungsverhalten im Allgemeinen und über die Bargeldnutzung im Besonderen. In einem Tagebuch erfassten sie ihre Zahlungen an sieben aufeinanderfolgenden Tagen. Insgesamt hielten sie in den Tagebüchern über 22'500 Transaktionen fest.

1000-Note bleibt

Die 1000-Franken-Noten bleibt im Programm der Schweizerischen Nationalbank. Diese Note werde von der Bevölkerung als Zahlungsmittel weiter genutzt, sagte SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg anlässlich der Präsentation der Zahlungsmittelumfrage am Donnerstag.

Damit erteilte Zurbrügg internationalen Forderungen im Zusammenhang mit Schwarzgeld-Bekämpfung eine Absage. Die SNB habe den Auftrag, die Bargeldversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten und den Bargeldverkehr zu erleichtern und zu sichern, sagte der Vizedirektor. Letztlich gehe es auch darum, die Wahlfreiheit bei der Nutzung der Zahlungsmittel zu gewährleisten.

Die von der SNB durchgeführte Umfrage zeige, dass die 1000-er von der Schweizer Bevölkerung weiter rege genutzt würden. So hätten 40 Prozent der Befragten angegeben, dass sie innerhalb der vergangenen zwei Jahre mindestens eine 1000 Franken-Note besessen hätten. Diese käme vor allem bei teureren Anschaffungen wie Autos oder Möbel sowie zur Begleichung von Rechnungen am Postschalter zum Einsatz.

Zur jüngsten Entwicklung des Schweizer Frankens, der wegen der politischen Unsicherheiten in Italien unter Druck geraten ist, erklärte Zurbrügg, die Nationalbank sei von ihrer bisherigen Geldpolitik mit Negativzinsen und Interventionen weiterhin überzeugt.

(sda/bsh)

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