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Verkehr
Schweizer Untergrundbahn erhält Geld aus China

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Dagong: Die chinesische Gruppe macht als Ratingagentur Moody's und S&P Konkurrenz.Quelle: Keystone

Die Geldgeber stehen Schlange beim Projekt Cargo sous terrain, einer U-Bahn für Schweizer Warentransporte. Jetzt steigt ein chinesischer Investor ein.

Von Marc Bürgi
am 22.01.2018

Das visionärste Verkehrsprojekt in der Schweiz ist auf Kurs: Die Finanzierung für die nächste Phase von Cargo sous terrain (CST) ist gesichert. Insgesamt werden Investoren 100 Millionen Franken zahlen, um den Bau der Untergrundbahn voranzutreiben. Bekanntlich engagieren sich die klingendsten Namen aus der Schweizer Wirtschaft bei dem Vorhaben – unter anderen wollen sich Migros, Coop, Swisscom, die Post und die Credit Suisse finanziell beteiligen. Zu diesen Geldgebern stösst nun auch ein chinesischer Investor: Die Dagong Global Investment Holding.

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Die Holding aus Peking ist vor allem als Ratingagentur bekannt. Dagong macht den Branchgengrössen Moody’s oder S&P Konkurrenz. Die chinesischen Bonitätsprüfer wollen eine Alternative zu den US-Ratingagenturen bieten, deren Ruf in der Finanzkrise gelitten hat. In Europa ist Dagong bislang in Mailand und Frankfurt vertreten. Zu den Hauptinvestoren bei Cargo sous terrain neben Dagong gehört neu auch die Gotthard 3 Mechatronic Solutions – das Berner Unternehmen stellt unter anderem einen Elektroroller her.

«Cargo Sous Terrain» – die Idee hinter dem Mammutprojekt

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Das ist die Idee von «Cargo Sous Terrain»: Ein unterirdisches Logistiknetz, in dem kleine, unbemannte Transportfahrzeuge Waren zwischen den grossen Handelszentren transportieren.

«Optimaler Investorenmix»

Der Investorenmix sei «optimal», sagt der Chef Investor Relations von Cargo sous terrain, Daniel Wiener. «Besonders erfreulich ist, dass die Mehrheit der Investitionen aus der Schweiz stammt.» Cargo sous terrain wird als private Aktiengesellschaft und ohne staatliche Mittel geführt. Die 100 Millionen Franken sollen das Projekt finanzieren, bis die Baubewilligung vorliegt.

Die neue Bahn  soll  unterirdisch die Güter durch das Schweizer Mittelland transportieren. Die Güterwagen werden 50 Meter unter der Erde rollen – vollautomatisch und strombetrieben (siehe Bildergalerie). Die erste Teilstrecke wird Härkingen-Niederbipp mit Zürich verbinden – 2030 soll dieser Abschnitt in Betrieb gehen, die Fertigstellung des ganzes Systems ist für 2045 vorgesehen. Damit die Investoren ihr Geld sprechen, muss das Parlament aber zuerst gesetzliche Grundlagen für CST schaffen.

Lesen Sie das grosse Porträt zum neuen chinesischen Investor Dagong in der neuen «Handelszeitung» – ab 25. Januar am Kiosk erhältlich.