Die Höhe und Entwicklung der Cash Flow-Renditen eines Unternehmens sind konsistente Indikatoren für die Fähigkeit der Geschäftsleitung eines Unternehmens für den Anleger Mehrwert zu schaffen. Denn Unternehmen neigen zu ähnlichen Rentabilitätszyklen, was sektor- und länderübergreifende Vergleiche zulässt.

Junge Unternehmen tätigen signifikante Investitionen in Anlagen und haben hohe Entwicklungskosten, weshalb der CFROI vorerst niedrig ausfällt. Dank steigender Erträge verbessert sich die Kostendeckung alsbald und der CFROI steigt an bei weiterhin gutem Anlagewachstum. Eine Investition in ein Unternehmen in der Wachstumsphase kann sehr einträglich sein, geht aber mit erhöhtem Risiko einher. Attraktive Schweizer Unternehmen, die sich in diesem Stadium befinden, sind Straumann, AMS und VAT; international zählen Technologiekonzerne wie Google, Facebook und Sunny Optical dazu.

Oft unterschätztes Renditepotential 

Die CFROIs von Unternehmen, welche die Reifephase erreicht haben, tendieren dazu, in Richtung der Kapitalkosten zu sinken, da die hohen Erträge Konkurrenten anziehen. Ebenso können Produkte aufgrund neuer Technologien oder geändertem Konsumverhalten veralten. Denken wir nur an die Entwicklung von klassischen Mobiltelefonen zu den heutigen Smartphones oder daran, wie der Einzelhandel von Online-Formaten verdrängt wird.

Etwa 5 bis10 Prozent aller Unternehmen sind aber in der Lage, nachhaltig hohe CFROIs über eine überdurchschnittlich lange Zeit zu erzielen. Investitionen in solche Unternehmen zahlen sich aus, da ihre Bewertung dieses Renditepotential oft unterschätzt. In der Schweiz gehören Partners Group, Geberit und Givaudan in diese Kategorie; internationale Beispiele sind Henkel, L’Oréal und Mastercard.

Eine signifikante Verschlechterung des CFROI führt typischerweise zu einer Restrukturierung, Neuausrichtung oder aber der erfolgreichen Entwicklung neuer Produkte, um einen Bankrott abzuwenden. Investitionen in Unternehmen in dieser Phase sind mit höherem Risiko verbunden, können aber sehr rentabel sein, wenn die Massnahmen erfolgreich sind und das Unternehmen erneut in die Wachstumsphase eintritt. In der Schweiz führen Gurit, Clariant und Bucher erfolgversprechende Restrukturierungen durch. International bieten sich in den Energie- und Rohmaterialsektoren Anlagemöglichkeiten wie EOG, BHP und Rio Tinto.

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Von unterbewerteten Unternehmen profitieren

Ein CFROI-basierter Anlageansatz beispielsweise setzt auf die Identifikation unterbewerteter Unternehmen entlang ihres CFROI-Lebenszyklus. Neben Unternehmen mit hohen und stabilen CFROIs wird auch in solche in der Wachstums- und Restrukturierungsphase investiert. Die Gewichtung der drei Kategorien hängt vom Status des Konjunkturzyklus ab: in ungewissen Zeiten wird ein grösserer Anteil in Gesellschaften mit hohem und nachhaltigem CFROI investiert. Gegenwärtig stützen die weltweiten BIP-Prognosen und Einkaufsmanagerindizes die Konjunktur, weshalb Gesellschaften mit stark wachsendem CFROI bevorzugt werden.