Nach Schätzungen der Analysten von Morgan Stanley werden die Schwellenländer in diesem Jahr mehr als 60% zum globalen Wachstum beitragen und von der Rezession in den USA nur leicht betroffen sein. Zwar könne sich das Wirtschaftswachstum in den Emerging Markets etwas verlangsamen – von 7,6% im Jahr 2007 auf 6,8% in diesem Jahr, so die Analysten. Doch im Vergleich zur Weltwirtschaft, deren Wachstum bis Jahresende von 2,5 auf 1,4% sinken dürfte, erweisen sich die Schwellenländer als recht widerstandsfähig.

Jonathan Garner, Chefstratege für Emerging Markets bei Morgan Stanley, sagte kürzlich, die Entkopplungstheorie, wonach die Schwellenländer inzwischen so weit entwickelt sind, dass sie nicht mehr von den USA abhängen und gegenüber dem globalen Rückgang isoliert sind, erweise sich als richtig. «Die meisten sehen immer noch die USA als Zentrum und die Schwellenländer als Peripherie. 1990 war das auch noch einigermassen richtig – aber damals exportierten nur kleine Schwellenländer wie Hongkong, Singapur oder Thailand in die USA. In Anbetracht grosser, bevölkerungsreicher Staaten, die in die Marktwirtschaft einsteigen, sieht das ganz anders aus.» Schwellenländer exportieren mehr untereinander und in die Europäische Union und sind weniger auf die USA angewiesen.Dennoch sorgte die globale Liquiditätskrise dafür, dass in den Schwellenländern in den vergangenen sechs Monaten Börsengänge im Wert von 27,4 Mrd Dollar gestrichen wurden. Diese Summe, die aus Daten von Thomson Financial hervorgeht, entspricht in etwa einem Drittel der weltweit realisierten Börsengänge in Höhe von 91,9 Mrd Dollar.

Zurückhaltung bei IPO

Erst in der vergangenen Woche stoppte Evergrande Real Estate, ein chinesischer Bauträger, seinen geplanten 2,1-Mrd-Dollar-Börsengang. Im Februar 2008 waren es dann Indiabulls Real Estate (2 Mrd Dollar) und die in Dubai beheimatete Emaar MGF (1,6 Mrd Dollar).