BANKEN. Die US-Subprime-Krise hat im 3. Quartal voll auf die Ergebnisse der Investmentbanken durchgeschlagen. Die Grossbank UBS, die im 3. Quartal einen Konzernverlust von 830 Mio Fr. hinnehmen musste, erwartet auch im 4. Quartal eher keinen positiven Beitrag der Investmentbank zum Gesamtergebnis (siehe Box). Die UBS-Aktie ist um rund 2% gefallen.

Kurz zuvor wurden die Investoren vom US-Investmenthaus Merrill Lynch aufgeschreckt, das im 3. Quartal rund 8 Mrd Dollar abschreiben musste, fast doppelt so viel wie zunächst angekündigt. Jetzt musste Merrill-Lynch-CEO Stan ONeal seinen Hut nehmen. Die UBS hat im 3. Quartal – wie bereits bekannt war – 4 Mrd Fr. abgeschrieben. Es könnten noch weitere Abschreibungen folgen, über deren Ausmasse wollte die UBS-Führung aber ungerne spekulieren. Auch auf ein Worst-Case-Szenario wollte sich UBS-Chef Marcel Rohner nicht einlassen. Helvea-Analyst Peter Thorne erwartet allerdings, dass noch Abschreibungen in der Höhe von über 3 Mrd Fr. notwendig sein werden. Doch schnell fügt er an: «Die Abschreibungen zu schätzen, ist ein Ratespiel – auch für die Bank selbst.» Und bei der Bank Wegelin heisst es: «Die Banken wissen selber nicht genau, wann die nächste Bombe hochgehen wird».

UBS-Investmentbank enttäuscht

Thorne zeigt sich enttäuscht über das Resultat der Investmentbank, deren Verlust sich auf rund 3,7 Mrd Fr. belief. Verantwortlich dafür war vor allem der Bereich Fixed Income, Currencies and Commodities (FICC). «Die übrigen Bereiche im Investment Banking laufen gut, trotz eines Verlustes im Aktieneigenhandel», kommentiert ZKB-Analyst Andreas Venditti. Während die UBS vor allem an den Abschreibungen zu kauen hat, stehen bei der Credit Suisse offenbar eher sinkende Erträge im Vordergrund.

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Credit Suisse ist anders

Die Credit Suisse hatte im US-Markt für zweitrangige Hypotheken früher als die UBS eine Gegenposition eingenommen. Im 1. Halbjahr 2007 konnten in diesem Segment Gewinne erwirtschaftet werden. Für das 3.Quartal, dessen Ergebnis am kommenden Donnerstag vorgelegt wird, rechnet die Grossbank mit einem Reingewinn von rund 1 bis 1.6 Mrd Fr. Die Marktturbulenzen hätten sich negativ auf das Investment Banking und das Asset Management ausgewirkt. Die Höhe der Abschreibungen wurden bislang aber nicht kommuniziert.Helvea-Analyst Peter Thorne erwartet, dass die Credit Suisse mit Abschreibungen zwischen 0,5 und 1 Mrd Fr. hinkommen wird. Dafür hat die Credit Suisse kräftig im Geschäft mit kreditfinanzierten Übernahmen mitgemischt, das im Zuge der Kreditkrise eingebrochen ist. Gemäss Analystenschätzungen dürften sich die Positionen dabei auf rund 30 bis 50 Mrd Fr. belaufen. Branchenweit wird zudem davon ausgegangen, dass der Abschreibungsbedarf rund 3 bis 6% beträgt. «Der Rückgang im Geschäft mit kreditfinanzierten Übernahmen war ein einmaliger Schock, die Subprime-Krise wird uns noch länger beschäftigen», erklärt Dirk Becker, Analyst bei Kepler Equities.

Viele Sorgen schon in den Kursen

In den aktuellen Kursen seien aber bereits viele Sorgen und Befürchtungen enthalten. Deshalb ist der Analyst durch das Band hinweg für die Investmentbanken positiv. Auch wenn es noch weitere Hiobsbotschaften geben könnte, aus seiner Sicht wurden die Bankaktien bereits zu stark abgestraft. Auch Thorne von Helvea sagt: «Angesichts der schlechten Stimmung für Finanztitel besteht noch einiges an Luft nach oben.» Seine Kaufempfehlungen für die Grossbanken gründen aber vor allem auf den Bereichen wie die Vermögensverwaltung, die von der Kreditkrise grösstenteils verschont geblieben sind. Dagegen rät Vontobel-Analystin Claudia Meier auch angesichts der Warnsignale der US-Investmentbanken bei den beiden Grossbankentiteln weiterhin zur Vorsicht.

Wieder schwarze Zahlen

Positionen leicht abgebaut