Die Kursentwicklung der seit Mai dieses Jahres an der Schweizer Börse kotierten Orascom Development Holding (ODH) fällt verheerend aus. Die Titel haben, nach einem zwischenzeitlichen Hoch kurz nach dem IPO, innerhalb von nur sechs Monaten mehr als 82% an Wert verloren und testen bei Kursen um 27 Fr. laufend neue Tiefststände.

Vom Börsenwert Orascoms von anfänglich 3,7 Mrd Fr. sind heute noch 614 Mio Fr. übrig geblieben. Und dies, obwohl Hauptaktionär Samih Sawiris bekannt gegeben hat, die tiefen Kurse für weitere Aktienzukäufe zu nutzen, was eine kursstützende Wirkung zeigen sollte. Allein im Oktober wurden Titel im Wert von mehr als 7 Mio Fr. erworben. Dennoch scheint im Vorfeld der 3.-Quartals-Zahlen, welche die Immobilien- und Städteentwicklungsfirma am 13. November 2008 veröffentlichen wird, das Vertrauen der Investoren in die Gesellschaft aus Ägypten gänzlich aufgebraucht zu sein.

Kurszerfall wegen Notverkäufen

Für den Kurszerfall macht der Orascom-Chef und Besitzer von gut 63% der Aktien, Samih Sawiris, allerdings weniger einen schlechten Geschäftsgang verantwortlich als vielmehr die Notverkäufe von Hedge-Fonds und institutionellen Anlegern. Daneben fehlt dem Unternehmen, dessen Börsengang zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt erfolgte, auch die nötige Bekanntheit in Investorenkreisen und ein entsprechender Track-Record an der Schweizer Börse. Hierzulande werden die Aktien nur von den Analysten der UBS abgedeckt.

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Neben Abverkäufen von Gross-investoren lasten vor allem die weltweite Entwicklung der Immobilienmärkte und insbesondere jene im Nahen Osten und der Golfregion auf den Orascom-Titeln. Von der Krise sei der Immobilien- und Städteentwickler laut Unternehmensangaben aber weitgehend unberührt geblieben und er habe keine Schulden.

Die Gesellschaft entwickelt ganzheitliche Ortschaften mit Hotels, Privatvillen und Freizeiteinrichtungen in Ägypten, Marokko, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In der Schweiz plant Orascom den Bau eines Resorts in Andermatt, für welches bereits nächstes Jahr die Baubewilligungen vorliegen sollen.

Immobilien als Alternative

Im 1. Halbjahr 2008 hat der Immobilienentwickler eine Gewinnsteigerung gegenüber dem Vorjahr um 74% auf 50,8 Mio Fr. bei einem Umsatzplus von 56% auf 237,9 Mio Fr. vermeldet. Der Gewinn pro Aktie wurde im 1. Semester 2008 mit 1.92 Fr. ausgewiesen.

Insgesamt bleibt Orascom trotz allem optimistisch. Dabei setzt das Unternehmen darauf, dass Anleger insbesondere in turbulenten Börsenzeiten Immobi- lien als Investmentalternativen wählen.