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Rohstoffe
Shell-Chef glaubt an eine Erholung des Ölpreises

Ben van Beurden: Der Shell-Chef rechnet mit steigenden Rohöl-Preisen. Keystone

Der Preis des schwarzen Goldes soll wieder anziehen. Dieser Ansicht ist der Chef des britisch-niederländischen Ölkonzerns Shell. Er ist sich auch sicher: Der Preiskampf hat «Spuren» hinterlassen.

Veröffentlicht am 02.07.2015

Öl wird nach Ansicht des niederländisch-britischen Ölkonzerns Shell langfristig wieder teurer. Der heftige Einbruch der Preise vor rund einem halben Jahr werde Spuren insbesondere bei der Förderung von Schieferöl in den USA hinterlassen, sagte Unternehmenschef Ben van Beurden der «Financial Times».

Investitionen in neue Förderprojekte seien angesichts der wieder deutlich gewordenen Preisrisiken nun schwerer zu rechtfertigen. Das werde sich zeigen, wenn die derzeitigen Projekte in den USA auslaufen. Diese könnten dank Kostensenkungen aber noch einige Zeit stabil weiterproduzieren.

Saudis wollen Vormachtstellung behalten

Saudi-Arabien hat dem Shell-Chef zufolge Ende 2014 deutlich gemacht, dass es auf dem Ölmarkt seine Vormachtstellung behaupten wolle. Der Golfstaat setzte in der Opec durch, die Förderung trotz des Preisverfalls nicht zu drosseln. Dadurch beschleunigte sich die Talfahrt bei den Preisen und machte viele Projekte in den USA nicht mehr rentabel.

In Nordamerika hatte sich zuvor ein Boom bei der Förderung von Öl aus unkonventionellen Quellen wie etwa Schiefersteinschichten entwickelt. Die ist allerdings viel teurer als die klassische Ölforderung und lohnt sich daher nur bei höheren Preisen.

Weitere Preisrisiken

«Ich glaube, die Saudis haben den Schieferölfirmen und deren Geldgebern recht erfolgreich deutlich gemacht, dass es weiter Preisrisiken gibt», sagte van Beurden. «Das wird die Industrie nicht so schnell vergessen.»

Shell ist nach Einschätzung einiger Investoren dringend selbst auf höhere Ölpreise angewiesen. Der Konzern hatte im April die Übernahme des britischen Gasförderers BG Group für 55 Milliarden US-Dollar angekündigt. Van Beurden verteidigte in der Zeitung den Preis als «fair».

(awp/ise/ama)

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