Wie angekündigt hat der durch die Talfahrt der Rohstoffpreise unter Druck geratene Schweizer Rohstoffgigant Glencore die Produktion einer Reihe von Rohstoffen zurückgefahren. So wurde im ersten Quartal die Produktion von Kupfer (-4 Prozent), Zink (-28 Prozent) und Blei (-6 Prozent) gesenkt.

Auch förderte Glencore deutlich weniger Platin (-17 Prozent), Palladium (-15 Prozent) und Rhodium (-20 Prozent), wie das Unternehmen am Mittwoch in seinem Produktionsbericht bekannt gab. Die Förderung von Kohle sank um 17 Prozent auf 29,7 Millionen Tonnen, die Produktion von Erdöl um 7 Prozent auf 2,4 Millionen Fass.

Mehr Silber

Auf der anderen Seite förderte Glencore mehr Nickel (+16 Prozent), Silber (+10 Prozent) und Kobalt (+32 Prozent). Bei den Agrarprodukten kletterten die Volumen um knapp 90 Prozent auf 1,2 Millionen Tonnen.

Dies sei vor allem auf die bessere Wirtschaftslage in Argentinien und zwei Akquisitionen in Kanada und den USA im letzten Jahr zurückzuführen, hiess es. Für das Gesamtjahr geht Glencore weiterhin von einem Betriebsgewinn (Ebit) von 2,4 bis 2,7 Milliarden Dollar aus.

Abbau des Schuldenbergs

Bei dem in Baar ZG ansässigen Unternehmen haben der Expansionskurs sowie der Verfall der Rohstoffpreise die Schulden nach oben getrieben. Im vergangenen Jahr kam ein Verlust von fast 5 Milliarden Dollar zusammen.

Mit umfangreichen Verkäufen, geringeren Investitionen und dem Verzicht auf Dividenden versucht Glencore gegenzusteuern. Auch eine Kapitalerhöhung wurde schon durchgezogen. Ende 2015 lagen die Verbindlichkeiten bei 26 Milliarden Dollar. Das waren immerhin schon 4 Milliarden weniger als sechs Monate zuvor.

(sda/ise/ama)