Die ersten elf Handelsmonate waren eine Achterbahnfahrt. Der Swiss Market Index brach nach der Aufgabe der Kursuntergrenze zum Euro zusammen, raffte sich wieder auf und kam anschliessend aufgrund einer sich abkühlenden Wirtschaft in China wieder unter die Räder.

Vier Titel haben den Zickzackkurs aber grandios gemeistert: Die Biotech-Firma Actelion gewann 2015 bisher fast 24 Prozent dazu, die Agrochemie-Firma Syngenta schafft ein Plus von 18 Prozent, der Kurs des Rückversicherers Swiss Re hat mehr als 17 Prozent gewonnen und die Nummer eins auf dem Finanzplatz, die Grossbank UBS, klettert um fast 16 Prozent.

Elf Monate, null Gewinn

Am anderen Ende stehen die beiden Luxusgüterkonzerne Richemont und Swatch mit einem Minus von 14 beziehungsweise 20 Prozent. Der fusionierte Zementkoloss LafargeHolcim und der Ölbohr-Dienstleister Transocean haben ebenfalls fast einen Fünftel ihres Börsenwertes verloren.

Unterm Strich halten sich Gewinner und Verlierer die Waage: Der Swiss Market Index tritt an Ort und Stelle, am Montag startete er knapp unter 9000 Punkten in den Handel. Das entspricht ungefähr dem Stand zu Beginn des Jahres.

Chancen für Jahresendrally

Die Chancen für eine Jahresendrally sind aber durchaus intakt, der SMI hat Luft nach oben. Dieser Meinung ist zumindest Renato Flückinger, CIO der Bank Valiant in Bern. In einem Interview mit dem Finanznachrichtenportal «Finanzen.ch» sagt der Banker: «Ich rechne damit, dass der SMI aus der seit Ende August anhaltenden Seitwärtsspanne zwischen 8400 und 9000 nach oben ausbricht.»

Für den Valiant-Anlagechef ist es auch denkbar, dass der Index den Jahreshöchstwert von Anfang August übertreffen kann. Damals stand der SMI bei knapp über 9500 Punkten. «Um die Jahreshöchststände wieder zu erreichen, muss allerdings die 200-Tages-Widerstandslinie von rund 9020 Punkten nachhaltig überwunden werden», gibt Flückinger zu bedenken.

Neues Allzeithoch

Selbst wenn der Index in diesem Jahr keine Höhenluft mehr schnuppern kann, geht der Experte davon aus, dass das Allzeithoch von 9531 Punkten in den kommenden zwölf Monaten fallen wird. «Die SMI-Aktien sind nach der Korrektur im August fair bewertet und die Dividendenrendite liegt bei attraktiven 3,2 Prozent. Diese Faktoren ergeben zusammen mit den soliden Aussichten der Schweizer Unternehmen ein Potenzial für den SMI von 9700 Punkten.»

Sollte die Börse aber wider Erwarten stärkere Kursrückgänge verzeichnen, «wie wir dies im Verlaufe dieses Jahres mehrmals erlebt haben», rät Flückinger Anlegern dazu, «ruhig Blut» zu bewahren. Und die Situation zu nutzen, «um solide Schweizer Large Caps zuzukaufen oder darauf Put-Optionen zu verschreiben.»

Lesen Sie das ganze Interview mit Valiant-CIO Renato Flückiger auf unserem Schwesterportal Finanzen.ch.

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