Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag mit festeren Kursen eröffnet und kann somit den seit Dienstag anhaltenden Aufwärtstrend fortsetzen. Dabei hätten bereits die guten Vorgaben aus den USA und aus Asien auf eine freundliche Eröffnung hingewiesen. Für gute Stimmung an den Finanzmärkten sorgt die Ankündigung der wichtigsten Notenbanken vom Donnerstagnachmittag, den Geschäftsbanken zusätzliche Refinanzierungsgeschäfte in Dollar anzubieten. Zudem rücke der heutige grosse Verfall an den Terminbörsen («Hexensabbat») in den Fokus.

Mit der konzertierten Aktion wollen die US-Notenbank, die SNB, die EZB und die Zentralbanken Grossbritanniens und Japans möglichen Engpässen auf dem Dollar-Geldmarkt vorbeugen. Die Liquiditätserleichterungen hätten die US-Aktien nach Europaschluss weiter in die Höhe getrieben, so ein Händler. In Polen diskutieren heute die EU-Finanzminister mit dem US-Finanzminister Timothy Geithner über Lösungen in der Schuldenkrise. Dass die Notenbanken und die Politiker nach gemeinsamen Lösungen suchen wird im Handel als ermutigendes Zeichen gewertet.

Bis um 09.30 Uhr gewinnt der SMI 0,48 Prozent auf 5459,52 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,79 Prozent auf 824,91 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,55 Prozent auf 4984,59 Punkte. Der Euro tendiert zum Franken mit 12065 Franken weiterhin über dem Zielwert von 1,20 und der Dollar kostet 0,8749 Franken.

Finanztitel und Zykliker legen zu

Bei den Blue Chips können zu Wochenschluss Finanztitel und Zykliker weiter zulegen. Bei den Banken gewinnen Credit Suisse 5,4 Prozent und UBS 2,0 Prozent deutlich an Wert, während sich Julius Bär (+0,7 Prozent) weniger stark vorwärts bewegen. Die Versicherer werden von Swiss Life (+2,6 Prozent), Bâloise (+2,3 Prozent) und ZFS (+2,3 Prozent) angeführt.

Die UBS-Aktien können sich von den starken Verlusten des Vortages (über 10 Prozent) erholen. Der Betrugsfall, der die Bank 2 Milliarden Dollar kosten dürfte, hat weltweit hohe Wellen geschlagen. Der Ruf der Bank dürfte dadurch grossen Schaden erlitten haben und die Forderungen aus der Politik nach strenger Regulierung nehmen zu. In der Nacht auf heute hat zudem die Agentur Moody's angekündigt, sie werde das Finanzstärke- und das langfristige Kreditrating auf eine Herabstufung hin überprüfen.

Bei den Zyklikern klettern Lonza um 4,3 Prozent in die Höhe. Der Lifesciencekonzern plant eine Sekundärkotierung am Hauptsegment der Börse von Singapur. Ein entsprechender Antrag sei eingereicht worden und der Schritt signalisiere die langfristige Bindung des Unternehmens an diese Region, hiess es. Die Finanzierung der Übernahme des US-Unternehmens Arch sei auf gutem Wege und eine Kapitalerhöhung nicht geplant, versicherte ein Lonza-Sprecher gegenüber AWP.

Letzter Handelstag für Lonza im SMI

Gleichzeitig ist für Lonza heute der letzte Handelstag im SMI. Die Titel tauschen ab Montag mit Givaudan (+0,3 Prozent) den Platz. Im SLI werden derweil die Partizipationsscheine von Schindler (+0,5 Prozent) die Papiere von Weatherford (+2,5 Prozent) ersetzen.

Die Aktien des Freiburger Spielautomaten- und Glücksspielkonzerns Escor steigen um 8,1 Prozent auf 17,30 Franken. Der an der deutschen Börse kotierten Film- und Sportvermarkter Highlight Communications (noch kein Kurs) hat ein Übernahmeangebot zu 17,50 Franken je Aktie lanciert. Highlight will die Beteiligung an Escor von aktuell 31,3 Prozent auf mindestens 50,01 Prozent erhöhen.

Veränderungen gibt es am kommenden Montag im SMIM. Lonza, Dufry (+1,6 Prozent) und Partners Group (+1,4 Prozent) kommen rein. Givaudan, Panalpina (+1,7 Prozent) und Barry Callebaut (+0,3 Prozent) fallen raus.

(rcv/awp)