Während die meisten Aktien sich weiter erholen können, sind die Papiere der Grossbank UBS nach einer Gewinnwarnung stark unter Druck gekommen. Insgesamt sei die Stimmung am Markt gut, hiess es. Ein starkes Bekenntnis der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone haben am Mittwochabend im US-Handel und heute Morgen an den asiatischen Börsen bereits zu Kursgewinnen geführt und lassen auch die europäischen Börsen steigen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat wie erwartet das Zielband für den Dreimonats-Libor unverändert belassen und bekräftigt, dass sie den am 6. September festgelegten Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro «mit aller Konsequenz durchsetzen» will. Die Inflationsprognosen wurden indes von der SNB zum Teil deutlich gesenkt. Am Tag vor dreifachen Optionsverfall «Hexensabbat» rechnen Händler zudem mit einer etwas höheren Volatilität. Am Nachmittag dürften dann eine Reihe von US-Konjunkturdaten in den Fokus der Anleger rücken.

Bis um 09.35 Uhr gewinnt der SMI 0,33 Prozent auf 5435,74 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,48 Prozent auf 817,79 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,49 Prozent auf 4958,44 Punkte. Der Euro tendiert nach den Aussagen der SNB zum Franken mit 1,2060 Franken weiterhin über dem Zielwert von 1,20 und der US-Dollar kostet 0,8772 Franken.

UBS geben aktuell um 6,4 Prozent nach. Zu Handelsbeginn büssten die Titel um über 8 Prozent ein. Das Institut gab kurz vor Börseneröffnung bekannt, dass es aufgrund von nicht authorisierten Handelsgeschäften im dritten Quartal möglicherweise einen Verlust erleiden wird. Die Bank hat ein Fehlverhalten eines Händlers in der Investment Bank festgestellt. Die Transaktion dürfte zu einem geschätzten Verlust in der Höhe von 2 Milliarden Dollar führen.

Finanztitel profitieren von Eurozone-Entspannung

Ansonsten können die Finanzaktien zulegen und von der Entspannung in der Eurozone profitieren. So steigen Julius Bär um 2,9 Prozent, Credit Suisse um 1,6 Prozent oder Swiss Re um 1,4 Prozent. ZFS gewinnen 1,6 Prozent. Der Versicherer hat in Pierre Wauthier einen Nachfolger für den abtretenden CFO Dieter Wemmer gefunden. Wauthier wird sein Amt bereits Anfang Oktober antreten.

Am stärksten ziehen im SMI/SLI Transocean (+3,4 Prozent) an. Bereits gestern ist in Presseberichten durchgesickert, dass die Hauptschuld für die Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» im April des vergangenen Jahres auf den Öl-Konzern BP fällt. Mit der Veröffentlichung des Berichts der zuständigen Behörde hat sich dies nun bestätigt. Im Report hiess es aber auch, dass Transocean als Betreiberin der Plattform und andere Unternehmen eine Mitschuld treffe.

Die Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis (je +0,1 Prozent) gewinnen unterdurchschnittlich an Wert. Dabei zeigt bei Novartis die Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs kaum Wirkung. Nestlé steigen um immerhin 0,7 Prozent und Kühne + Nagel um 0,8 Prozent. Der Logistikkonzern hat am gestrigen Investorentag die Wachstumsprognosen in der Luftfracht eingegrenzt und in der Seefracht bestätigt.

Im breiten Markt haben einige Unternehmen Zahlen zum ersten Halbjahr veröffentlicht. Der Energieversorger BKW übertraf mit den Gewinnzahlen die Vorgaben der Analysten und kündigte ein Sparprogramm an. Die BKW-Titel steigen leicht um 0,5 Prozent. Die Titel des Forstunternehmens Precious Woods und der Immobiliengesellschaft BFW sind nach Halbjahreszahlen noch nicht gehandelt.

(rcv/awp)