Der Schweizer Aktienmarkt kann am Donnerstag seine deutlich Auftaktgewinne verteidigen. Kurstreiber sind die Hoffnungen auf eine Verschiebung der ursprünglich für September erwarteten Zinsanhebung durch das Fed sowie die Erholungsbewegung an den amerikanischen und auch chinesischen Aktienmärkten. Der Schweizer Leitindex SMI bewegt sich mit einem Anstieg in Richtung 8'800 Punkte wieder auf das Niveau vom vergangenen Freitag zu.

Die deutlichen Abgaben vom Vortag konnten mehr als wettgemacht werden. Im Fokus stehen hierzulande Syngenta nach dem Rückzug von Monsanto sowie Bâloise nach Semesterzahlen und Givaudan mit tieferen Mittelfristzielen. Rückenwind kam auch von europäischen Makrodaten. So verzeichnete Frankreich das beste Geschäftsklima seit vier Jahren und in Spanien wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal um 1 Prozent, der dritte Anstieg in Folge. Am Nachmittag folgen noch die US-BIP-Zahlen und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Syngenta im Fokus

Bis um 12.00 Uhr steigt der SMI um 2,33 Prozent auf 8'748,01 Punkte. Der in der Gewichtung gekappt SLI gewinnt 2,19 Prozent auf 1'296,91 Zähler und der breitere Swiss Performance Index (SPI) um 2,24 Prozent auf 8'915,05 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren einzig Givaudan mit Abgaben.

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Syngenta (+4,8 Prozent auf 324,70 Franken) stehen nach dem vorläufigen Ende der Fusions-Bemühungen von Monsanto im Fokus und können die Erholung weiter ausbauen, nach dem gestrigen Einbruch um 18 Prozent. Auch die Analysten sind damit beschäftigt, die neue Ausgangslage in ihre Modelle einzurechnen und senken durch die Bank ihre Kursziele für Syngenta. Bei den Ratings gibt es sowohl Auf- als auch Abstufungen.

Schwergewichte stützen

Die Schwergewichte Novartis (+2,8 Prozent, 93,20 Franken), Roche (+2,5 Prozent) und Nestlé (+2,0 Prozent, 70,75 Franken) geben dem SMI weiter stütze. Für letztere hat die Citigroup das Kursziel auf 80 von 87 FRANKEN bei weiter 'Buy' gesenkt. Natixis hat Novartis auf 123 von 111 Franken angehoben, auch hier lautet das Rating weiter 'Buy'. Novartis hat zudem in der Schweiz die Zulassung für Zykadia bei Lungenkrebs erhalten, Roche die für die Kombination der Krebs-Medikamente Cotellic und Zelboraf.

Deutlich zulegen können auch Julius Bär (+2,8 Prozent), Clariant (+2,8 Prozent), oder ABB (+2,7 Prozent), die allesamt in der Korrektur der vergangenen Wochen deutlich gelitten hatten. Zu den stärkeren Gewinnern zählen zudem die Titel des Zementkonzerns LafargeHolcim (+4,7 Prozent) sowie CS (+2,5 Prozent). Bereits gestern hatte Morgan Stanley die beiden Titel als überverkauft empfohlen, was aber in dem negativ geprägten Umfeld seine Wirkung verfehlte. UBS (+1,5 Prozent) als zweite Grossbank liegen hingegen im unteren Mittelfeld.

Bâloise gibt Gewinne wieder ab

Transocean erholen sich mit ebenfalls +2,8 Prozent von den Vortagesverlusten von 8 Prozent. Die geplante Dividendenkürzung und Nennwertreduktion hatten die Titel belastet.

Der Versicherer Bâloise (+1,2 Prozent) hat seine frühen Aufschläge inzwischen klar vermindert. Mit den Halbjahreszahlen wurde einen tieferer Gewinn ausgewiesen, die Analystenschätzungen aber übertroffen. Auch die Bruttoprämien und der Vorsteuergewinn lagen über den Erwartungen. Der Beitrag aus dem Deutschlandgeschäft und die Eigenkapitalentwicklung werden von den Analysten allerdings kritischer gesehen. Zurich (+1,5 Prozent) oder Swiss Life (+1,8 Prozent) legen weiter deutlicher zu.

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Givaudan als Verlierer

Im unteren Drittel der Blue-Chip-Tabelle rangieren Sika (1,4 Prozent). Der Bauchemie-Konzern hat im südrussischen Wolgograd eine Mörtelfabrik sowie eine Anlage zur Fertigung von Betonzusatzmitteln eröffnet. Unterdurchschnittlich zeigen sich Swatch (+0,9 Prozent) Schindler (+1,5 Prozent) oder Adecco (+1,3 Prozent).

Einziger Verlierer ist der Aromen- und Riechstoffkonzern Givaudan (-0,5 Prozent), der neue Mittelfristziele präsentiert hat. Für die kommende Fünf-Jahres-Periode wird ein leicht tieferes organischen Wachstum erwartet. Das Ziel lautet auf einen Anstieg um 4-5 Prozent, der Free Cashflow (FCF) soll bei 12-17 Prozent der Verkäufe liegen.

Im breiten Markt haben insgesamt acht Unternehmen die Halbjahreszahlen vorgelegt. Mit Aufschlägen reagieren CFT (+3,8 Prozent), Valora (+2,2 Prozent), Swiss Prime Site (+2,1 Prozent) oder Intershop (+0,3 Prozent). Bereits gestern hatte Edisun (+6,2 Prozent) für die ersten sechs Monate einen Gewinn gemeldet, nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum.

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Abgaben verbuchen LLB (-1,6 Prozent) und Repower (-1,2 Prozent) nach Zahlen, während Accu Holding unverändert notiert.

(awp/dbe/me)