Am Schweizer Aktienmarkt sind die Kurse am Freitag auf breiter Front deutlich ins Rutschen geraten. Nach einem sehr schwachen Start baute der SMI bis am Mittag zwar einen Teil seiner Verluste wieder ab, indes nur um kurz darauf erneut wieder den Rückwärtsgang einzulegen.

Die ebenfalls klar im roten Terrain tendierenden US-Aktien erhöhten gegen Handelsende den Abgabedruck auf die europäischen Aktien noch. Die Abwärtsbewegung der vergangenen Tage nahm damit bei wieder sehr hoher Volatilität noch an Tempo zu und der SMI schloss unter 8800 Punkten. Auf Wochensicht gesehen ergab sich der deutlichste Verlust seit dem gewichtigen SNB-Entscheid im Januar.

China-Sorgen

Nach der Abwertung der chinesischen Währung Yuan in der Vorwoche, welche bereits für arge Verluste sorgte, und einer Zwischenerholung ums Wochenende, machen sich in Marktkreisen mehr und mehr die Sorgen um eine mögliche harte Landung der Wirtschaft in China bemerkbar.

Sollte eine solche Eintreten, hätte dies spürbare Auswirkungen auch auf die globale Konjunktur, da dann der wichtigste Konjunkturmotor wegfallen würde. Am Freitag erhielten diese Befürchtungen mit der Publikation der neusten Daten zur Stimmungslage der chinesischen Unternehmen neue Nahrung, denn dieser Frühindikator ist auf den tiefsten Stand seit 2009 gefallen. Die Verunsicherung verstärkt hatten am Freitagmorgen die jüngsten Konjunkturdaten aus China. So sank einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Konjunktur des Landes auf den tiefsten Stand seit März 2009. Die Veröffentlichung des chinesischen Einkaufsmanagerindex hatte am Morgen bereits die Indizes der asiatischen Börsen nach unten gezogen.

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Überzeugende Volkswirtschafts-Daten aus der Eurozone vermochten die «China-Sorgenfalten» nicht zu glätten.

Keine Panik, aber Verunsicherung

Händler sagten, die Marktteilnehmer seien verunsichert. «Von Panik kann man sicher nicht sprechen. Aber die Nervosität hat merklich zugenommen», sagte der Händler. Dies zeigt auch der Volatilitätsindex, das Angstbarometer der Börse, der um zehn Prozent auf 21,8 Punkte hochschoss.

Für Abgabedruck und überdurchschnittliche Umsätze sorgte laut Händlern auch der Verfall von Optionen auf Indizes und Aktien an der Terminbörse Eurex. 

Vorher starker Kursanstieg

Im Sog globaler Konjunktursorgen sanken auch die Kurse vieler anderen Börsen in Europa, so etwa der deutsche Leitindex Dax. Der wichtige Shanghai Composite Index fiel um 4,27 Prozent. Auch der Shenzhen Component Index verlor um 5,42 Prozent, und der ChiNext für Technologiewerte, der dem Nasdaq in den USA ähnelt, ging sogar um 6,65 Prozent zurück. Der Nikkei in Tokio stürzte mit einem Minus von fast 3 Prozent weit unter die Marke von 20'000 Punkten.

Der SMI in Zürich notierte bei Handelsbeginn deutlich unterhalb von 9000 Punkten. Auf diesem Niveau notierte der Index zuletzt Anfang Juli. Im Handel wird allerdings auch auf den zuvor starken Kursanstieg verwiesen, der noch zu Beginn des Monats den SMI auf ein neues Mehrjahreshoch gehievt hatte.

Alle Blue Chips im Minus

Der Swiss Market Index (SMI) gab schliesslich 3,36 Prozent auf 8798,57 Punkte nach. Im Wochenvergleich ergab sich ein markantes Minus von 5,9 Prozent. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste 3,11 Prozent auf 1306,67 Punkte ein. Alle 30 wichtigsten Aktien schlossen im Minus.

Die schwächsten Aktien waren zum Schluss diejenigen der Bank Julius Bär (-5,3 Prozent) und des Zementkonzerns LafargeHolcim (-4,3 Prozent). Zum Einbruch des Gesamtmarktes trugen allerdings vor allem auch die verbilligten Papiere des Pharmariesen Novartis (-4,2 Prozent) einen wichtigen Teil bei. Der "gute Lauf" der Titel seit Jahresbeginn wurde in Handelskreisen als Grund für die heute schwache Performance genannt.

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Bei den Uhren- und Luxusgüterkonzernen Swatch (-2,4 Prozent) und Richemont (-2,1 Prozent) fielen die Kursverluste unterdurchschnittlich aus, was mit zuversichtlichen Äusserungen von Swatch-Chef Nick Hayek gegenüber den angelsächsischen Medien zu tun haben könnte. Am Vortag hatten beide Titel nach schwachen Uhrenexportdaten noch klar nachgegeben.

Im breiten Markt brachen die Aktien des Reisekonzerns Kuoni um 8,2 Prozent ein, dies nach einem enttäuschenden Ausblick im Zusammenhang mit der Zahlenvorlage.

(sda/reuters/dbe/ama/chb)