Die Schweizer Börse hat am Donnerstag über weite Strecken deutlich schwächer tendiert. Im Fahrwasser des sich erholenden Dollarkurses machten die Beteiligungspapiere im späten Geschäft aber die Einbussen zum grössten Teil wieder wett. Der SMI schloss um 0,2 Prozent tiefer mit 8874 Zählern. Vorübergehend war der Leitindex bis auf 8729 Punkte gefallen - der tiefste Stand seit Mitte Februar.

Nach enttäuschenden US-Konjunkturdaten befürchteten die Anleger, dass der Aufschwung der Weltwirtschaft gefährdet und das Bewertungsniveau an den Finanzmärkten zu hoch sein könnte. Am Vortag hatte die amerikanische Notenbankchefin Janet Yellen vor «möglichen Gefahren« durch die derzeit «ziemlich hohen« Aktienbewertungen gewarnt. Es gebe bislang allerdings keine Anzeichen für eine Finanzblase.

Grösste Einbussen bei Adecco

Die grössten Einbussen bei den Standardwerten verbuchten die Aktien von Adecco, die nach dem überraschenden Abgang des Konzern- und des Finanzchefs um gut sechs Prozent einbrachen. Konzernchef Patrick De Maeseneire und Finanzchef Dominik De Daniel verlassen die Firma im Sommer.

Der unter Druck geratene Dollar löste bei den Aktien der Luxusgüterkonzerne kräftige Abschläge aus. Swatch büssten 4,8 Prozent ein und Richemont verloren 1,5 Prozent. Aber auch Anteile der exportorentierten Maschinenbauer wie Oerlikon, Sulzer und Rieter verzeichneten Kursverluste. Die Finanzwerte gingen mehrheitlich fester aus dem Handel. UBS stiegen am Tag der Generalversammlung um 2,3 Prozent. Die Titel von Rivale Credit Suisse legten 0,3 Prozent zu.

Selbstkritik bei Zurich

Zurich Insurance gewannen 0,5 Prozent. Der Versicherer verzeichnete im ersten Quartal einen Gewinnrückgang, der teilweise auf das Währungsumfeld zurückzuführen war. Zurich schlug aber auch selbstkritische Töne an. «Es gibt einige Bereiche, in denen wir uns verbessern müssen«, erklärte Finanzchef George Quinn. Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re verloren 0,1 Prozent. Bei den Indexschwergewichten waren die Aktien des Lebensmittelriesen Nestle um 0,3 Prozent höher. Der Pharmatitel Novartis drehte ins Plus und Roche fielen um 1,1 Prozent.

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Bei den Nebenwerten sackten Cembra Money Bank um 4,9 Prozent auf 55,90 Franken ab. Der US-Industriekonzern General Electric trennt sich von seiner Beteiligung von 31,5 Prozent an der Konsumkreditbank. Der Platzierungspreis belief sich auf 55,50 Franken je Aktie.
Die Aktien von Siegfried schossen neun Prozent nach oben. Der Pharmazulieferer übernimmt die Auftragssynthese und ein Grossteil des gegenwärtigen Wirkstoffportfolios von BASF. Der Kaufpreis beträgt 270 Millionen Euro.

(reuters/me)