Die erneute Abwertung des Yuan hat an der Schweizer Börse kräftige Verkaufswellen ausgelöst. Die Aktien sackten auf breiter Front ab. Der SMI fiel am Mittwoch bei überdurchschnittlichen Umsätzen um 2,5 Prozent auf 9190 Punkte. Dies ist der stärkste Kursrückgang seit dem 16. Januar, der Tag nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs aufgegeben hatte.

Dass die chinesische Zentralbank die Landeswährung weiter absinken liess, schüre die Furcht vor einer Konjunkturabkühlung in dem Land und einem weltweiten Währungskrieg. Wenn China zu so drastischen Massnahmen greifen müsse, lasse dies nichts Gutes erwarten, hiess es im Markt. «Es zeichnet sich ein Währungskrieg ab», sagte ein Händler.

Klatsche für Swatch und Richemont

Der Yuan fiel auf ein Vierjahrestief, nachdem die Notenbank der Volksrepublik den Wechselkurs-Mittelwert noch niedriger festgelegt hatte als bei der Abwertung am Dienstag. Mit der Abschwächung der Währung soll die heimische Wirtschaft angekurbelt werden. Chinas Wirtschaft hat im Juli in fast allen Bereichen geschwächelt.

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An der Schweizer Börse kippten die Anleger vor allem Titel von Firmen aus den Depots, die ein bedeutendes China-Geschäft haben. Die Swatch-Aktien verloren 4,4 Prozent und die Richemont-Anteile stürzten um 4,7 Prozent ab. Der Uhrenkonzern setzt ein Fünftel seiner Uhren in China ab, der Luxusgüter-Hersteller verkauft dort rund 15 Prozent seiner Produkte.

Schwache Banken

Gut vier Prozent verloren die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS, sowie der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel. Besser hielten sich die Versicherungen mit Einbussen von ein bis zwei Prozent.

Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Zement-Produzenten LafargeHolcim büssten drei und vier Prozent ein. Für ABB ist China mit einem Umsatzanteil von rund 13 Prozent der zweitgrösste Markt.

Geberit im Keller

Nach einem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr und wegen einer enttäuschenden Prognose warfen die Anleger die Geberit-Aktien auf den Markt. Die Anteile der Sanitärtechnik-Firma sackten 5,8 Prozent ab.

Der starke Franken und Kosten für die Sanitec-Übernahme liessen den Gewinn um einen Fünftel auf 218,5 Millionen Franken einbrechen. «Die Integration von Sanitec braucht Zeit und die Anleger haben keine Geduld zu warten, zumal die Aktie teuer bewertet ist», sagte ein Händler.

Schwache Autozulieferer

Die schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche verloren im Rahmen des Marktes. Nestle büsste am Tag vor dem Halbjahresbericht 1,5 Prozent ein.

Auch am breiten Markt wurden China-lastige Titel abgestossen. Die Autozulieferer Autoneum und Georg Fischer verloren deutlich an Wert. Die Anteile der Handelsfirma DKSH stürzten mehr als fünf Prozent ab.

Cytos im Hoch

Zu den Gewinnern zählte Cytos. Die sehr volatilen Aktien schossen 14 Prozent hoch, nachdem die forschende Pharmafirma eine Lizenzvereinbarung mit der US-Firma Checkmate Pharmaceuticals bekanntgegeben hat. Cytos winken Meilensteinzahlungen von bis zu 90 Millionen Dollar und mögliche Lizenzgebühren.

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(reuters/ise)