Nach einem miesen dritten Quartal setzten die Börsen in der ersten Handelswoche des Oktobers zu einem regelrechten Höhenflug an. Der MSCI All-Country World Index, der über 1500 Aktien beinhaltet und als einer der wichtigsten Aktienindizes der Welt gilt, verbuchte die stärkste Handelswoche seit 2011. Selbst die Rohstoffpreise kletterten kräftig: Öl der Sorte WTI legte fast zehn Prozent zu.

Der Schweizer Aktienmarkt konnte von dieser Erholungsrally aber kaum profitieren. Der SMI schloss die letzte Woche leicht im Minus. Die Hälfte der Titel verbuchte Gewinne, die andere Hälfte Verluste. Am ärgsten traf es das Basler Trio: Syngenta, Roche und Novartis mussten kräftig Federn lassen.

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US-Debatte belastet Pharma-Aktien

Pharma-Aktien sind seit geraumer Zeit auf der Liste der Verlierer. Seit in den USA eine politische Debatte über die Höhe der Medikamentenpreise laufe, seien die Titel von Novartis, Roche und Co. unter Druck, heisst es im Handel. Da dies ein Wahlkampfthema sei, dürfte noch für längere Zeit eine gewisse Nervosität bleiben.

Mit einer Kursabgabe von einem halben Prozent belastete aber auch ein weiteres SMI-Schwergewicht, der Nahrungsmittelkonzern Nestlé, die Marktentwicklung an der Schweizer Börse. Das überrascht, gilt die Firma aus Vevey doch als defensiver Wert mit stabiler Dividende. Ausserdem hat Nestlé als einziger SMI-Titel im vergangenen dritten Quartal deutlich zulegen können.

Sulzer mit Überraschungspotenzial

Wie sieht es für die neue Woche aus? Am Montag starteten die Aktienmärkte in Asien mehrheitlich freundlich, der Schweizer Leitindex SMI blieb unauffällig, aber leicht positiv. Und das positive Momentum dürfte anhalten. «Vorausgesetzt, dass keine negativen Überraschungen auf Unternehmensseite auftreten, haben die Aktienbörsen ein technisches Erholungspotenzial nach den Korrekturen im August und September», sagt Philipp Grüebler, Geschäftsführer der Grüebler Vermögensverwaltung, im Interview mit dem Nachrichtenportal Finanzen.ch.

Für negative Überraschungen könnten aber drei Firmen sorgen: Syngenta, Sulzer und Nestlé. Alle drei präsentieren in dieser Woche Zahlen zum Geschäftsgang in den ersten neun Monaten. Gespannt sind Händler vor allem auf Nachrichten aus Winterthur. Denn seit einer Woche ist klar, dass der russische Milliardär Viktor Vekselberg 63 Prozent an Sulzer hält. Nun werden strategische Weichenstellungen erwartet. Der Moment ist ideal: Nach dem überraschenden Abgang des CEOs Klaus Stahlmann ist ein Vakuum im Management entstanden. Interimsweise hat der Finanzchef das Amt des Konzernchefs übernommen.