Der Schweizer Aktienmarkt hat die Terroranschläge in Paris vom Wochenende relativ gut weggesteckt - die befürchteten deutlichen Kursverluste blieben auf die erste Handelsstunde begrenzt. Damit zeige sich ein weiteres Mal, dass politische Börsen kurze Beine haben, meinen Marktexperten.

Trotz des Schocks über die Attacken gehe man davon aus, dass die volkswirtschaftlich Auswirkungen der Tragödie begrenzt und kurzfristig bleiben dürften.

Geldpolitik dürfte Ton angeben

Daher dürften die Finanzmärkte in naher Zukunft weiter von der Geldpolitik bestimmt bleiben. So richten sich die Blicke weiter auf die möglicherweise im Dezember anstehende erste Leitzinserhöhung in den USA nach der grossen Finanzkrise.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss zum Wochenauftakt 0,26 Prozent tiefer bei 8727,09 Punkten. Von den 30 wichtigsten Titeln (SLI) gingen 15 fester aus dem Handel, 14 tiefer und eine - jene von Swisscom - unverändert.

Sonova und Meyer Burger brechen ein

Im Swiss Leader Index (SLI) fielen die Sonova-Papiere nach Halbjahreszahlen mit einem Abschlag von 7,8 Prozent auf. Anleger goutierten nicht, dass das Umsatzziel für das Gesamtjahr gesenkt wurde.

Im breiten Markt stachen nach einem gesenkten Ausblick die Aktien von Meyer Burger (-11 Prozent) ins Auge. Noch deutlicher kamen die Anteilsscheine der Bankenholding Valartis Group unter die Räder: Sie brachen um 44% ein, nachdem die Holding über Zahlungsschwierigkeiten berichtet hat.

Die Gewinnerliste wurde von Galenica (+1,7 Prozent) angeführt, gefolgt von Transocean (+1,1 Prozent), Kühne+Nagel (+1,0 Prozent), Sika (+0,8 Prozent) und Geberit (+0,7 Prozent). Der Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS (+0,5 Prozent) will derweil ein weiteres Unternehmen kaufen. Man führe derzeit Gespräche zur Übernahme der südafrikanischen Matrolab Group, hiess es.

(sda/dbe)

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