Der Schweizer Aktienmarkt gibt zu Wochenbeginn unter dem Eindruck der sich zuspitzenden Schuldenkrise in Griechenland deutlich nach. Der Leitindex SMI hat sich jedoch bis am Mittag mit der Hoffnung auf weitere Verhandlungen von dem zu Handelsbeginn erlittenen Kurseinbruch kontinuierlich erholt und seither rund 170 Punkte wieder gutgemacht.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Devisenhandel, wo der Euro zum US-Dollar bis an die Marke von 1,11 geklettert ist nachdem er in einer ersten Reaktion auf die Entwicklungen in der Griechenland-Krise unter 1,10 abgerutscht ist. In der Schweiz hat die SNB zur Schwächung des Frankens interveniert, wie SNB-Präsident Thomas Jordan am Montag explizit bestätigte. Der Euro-Frankenkurs liegt nun knapp unterhalb von 1,04.

1 Prozent Minus bis zur Mittagszeit

Bis um 12 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) «nur» noch 1,18 Prozent auf 8'901,07 Punkte, während das Tagestief bei 8'728 Stellen liegt. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt 1,27 Prozent auf 1'336,12 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,16 Prozent auf 9'031,44 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Aktien stehen bis auf Kühne+Nagel (+0,4 Prozent) alle im Minus.

Anzeige

Auch die Volatilität hat am Markt sprunghaft zugenommen, was sich gut am VSMI ablesen lässt. Der Volatilitätsindex kletterte in der Spitze um 16 Prozent auf 21,6 Punkte, hat sich nun aber bei 20,5 Stellen eingependelt.

Holcim büsst viel ein

Bei den Blue Chips leiden Zykliker und Finanzaktien am stärksten unter den Griechenland-Sorgen. Holcim büssen beispielsweise 2,7 Prozent ein, Adecco 1,8 Prozent oder Swatch 1,7 Prozent. UBS geben mit Blick auf die drohende Pleite Griechenlands und die dadurch an den Finanzmärkten entstehenden Unsicherheiten um 1,8 Prozent nach, Credit Suisse verlieren 1,4 Prozent oder Bâloise 1,8 Prozent. Mit einem Minus von 2,2 Prozent verlieren Actelion ebenfalls stark an Wert.

Auch die defensiven Schwergewichte Roche (-1,6 Prozent) und Nestlé (-1,0 Prozent) können sich dem Abwärtssog kaum entziehen. Novartis verlieren mit 0,6 Prozent weniger stark. Als leicht kurspositiv werden im Handel der Kauf des im Bereich Nervenschmerzen tätigen US-Unternehmens Spinifex, neue und erfolgsversprechende Studiendaten Psiorasis-Medikament Secukinumab sowie insbesondere das bereits am Freitag zur EU-Zulassung empfohlene Medikament Farydak (Behandlung von Multiplen Myeloms) genannt.

Straumann mit guten News im Plus

ABB geben um 1,3 Prozent nach. Dabei verhindert die Aufnahme auf die EMEA Top-Picks-Liste von Barclays deutlichere Verluste. Das Management von ABB treibe die Repositionierung voran, was einen Vertrauensvorschuss rechtfertige, so die Analysten. Auch trage die aktuelle Bewertung keineswegs den strukturellen Wachstumsmöglichkeiten in den Bereichen Automation/Robotics sowie bei Smart Grid-Anwendung Rechnung.

Im breiten Markt notieren Straumann «lediglich» mit 0,6 Prozent im Minus. Der Dentalimplantate-Hersteller hat in den USA den Patentrechtstreit mit der deutschen nt-trading beigelegt. Das Straumann-Patent sei von nt-trading in einem aussergerichtlichen Vergleich anerkannt worden, hiess es.

Implenia mit Auftrag aus Norwegen

Der Baukonzern Implenia (Aktie: -2,4 Prozent) hat in Norwegen einen Auftrag im Wert von 23 Millionen Franken vom norwegischen Netzbetreiber Statnet erhalten, kann am Aktienmarkt aber kaum davon profitieren. Autoneum verlieren deutliche 3,1 Prozent. Die UBS hat das Kursziel gesenkt, jedoch gleichzeitig die Kauf-Empfehlung bestätigt.

Anzeige

Auf der Gewinnerseite fallen Alpiq und Carlo Gavazzi ohne News mit je einem Plus von 2,7 Prozent auf.

(awp/ise)