Der Schweizer Aktienmarkt hat nach einem etwas verhaltenen Start die Handbremse gelöst und sich im Tagesverlauf immer weiter in Plus vorgekämpft. Damit scheint die erwartete Erholung, die zu Börsenbeginn noch nicht recht eintreten wollte, nun doch Wirklichkeit zu werden. Händler sprechen vor allem von einer technischen Erholung nach den starken Verlusten der letzten Wochen sowie einigermassen freundlichen Vorgaben von den US-Aktienbörsen.

Das Fed-Mitglied James Bullard hatte den US-Aktienmärkten mit Aussagen, das Anleihekaufprogramm der US-Notenbank müsse nicht zwingend im Oktober enden, auf die Sprünge geholfen. Insgesamt seien die Akteure aber weiterhin sehr nervös und die Märkte könnten bei negativen News schnell wieder drehen, heisst es im Handel. Konjunkturseitig stehen am Nachmittag jedenfalls noch Angaben zum US-Immobilienmarkt und der Frühindikator zum Konsumentenvertrauen der Uni Michigan auf dem Programm.

Zur Mittagszeit im Plus

Der Swiss Market Index (SMI) baute seine Gewinne am Freitag immer mehr aus und kletterte bis zum Handelsschluss um 2,4 Prozent auf 8'250,10 Punkte. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte um 2,5 Prozent auf 1222,38 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,4 Prozent auf 8130,92 Zähler zu. Von den 30 wichtigsten Aktien lagen gingen alle mit einem Plus in Wochenende.

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Auf welchem Stand der SMI den heutigen Tag auch immer beschliessen wird, es dürfte trotz den aktuellen Gewinne zum vierten Wochenverlust in Folge kommen. Bis Donnerstag stand das Wochenminus bei 3,8 Prozent, zur Berichtszeit sind es noch 2,5 Prozent.

Gestiegene Volatilitäten

Mit der massiven Unsicherheit an den Märkten, die vor allem mit der Eintrübung der weltweiten Konjunktur in den vergangenen Wochen und zuletzt der Angst vor einer neuen Euro-Krise virulent wurde, sind auch die Volatilitäten massiv gestiegen. Der VSMI, der die Schwankungen hierzulande misst, hatte am Vortag den höchsten Schlussstand seit zwei Jahren erreicht. Auch heute wieder sind die Schwankungen relativ gross, liegt doch der Unterschied zwischen Hoch und Tief im SMI bei weit über 160 Punkten.

Am meisten erholen sich am Freitag vor allem Titel, die zuletzt stark unter die Räder geraten waren. Zu den grössten Gewinnern gehörte etwa die Aktie des Pharma- und Apothekenkonzerns Galenica mit einem Plus von 4,1 Prozent. News dazu gibt es nicht, das Papier hatte allerdings seit Anfang Oktober weit über 10 Prozent eingebüsst und war entsprechend reif für eine Erholung. Auch die Papiere der Swiss Life legten um rund 4 Prozent zu, währdend jene von Aryzta mit über 5 Prozent ebenfalls deutlich korrigierten.

Auch Grossbanken im Plus

Mit einem Plus zwischen 3 und etwas mehr als 4 Prozent folgen weitere Titel wie Lonza, Julius Bär, Sika, Holcim oder Sonova. Die Grossbanken notierten zum Handelsende bei plus 3,8 Prozent (UBS) und plus 2,1 Prozent (CS). Die CS wird nächsten Donnerstag ihre Quartalszahlen präsentieren, die Konkurrentin UBS dann einige Tage darauf. Die CS hat ausserdem einige Veränderungen in der Leitung des Investmentbankings vermeldet, die aber als kaum für die heutigen Gewinne verantwortlich eingeschätzt werden.

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 (awp/ise/ama)