1. Home
  2. Invest
  3. SNB-Entscheid schockt Schweizer Börse

SMI
SNB-Entscheid schockt Schweizer Börse

Nachdem die Nationalbank den Mindestkurs aufgehoben hat, geht es an der Schweizer Börse hoch her. Der SMI stürzt ab.

Veröffentlicht am 15.01.2015

Die Nationalbank hat mir ihrem Entscheid zur Aufhebung des Mindestkurses die Märkte gründlich aufgemischt. Nicht nur an den Devisen- sondern auch an den Aktienmärkten geht es drunter und drüber. Am Schweizer Aktienmarkt fiel der Swiss Market Index (SMI) in den ersten Minuten nach Bekanntgabe des Entscheids um gut 600 Punkte, ehe ein kleiner Stabilisierungsversuch den Index wieder auf 8700 brachte.

In der Folge sauste der SMI noch einmal um beinahe 800 Punkte auf sein Tagestief knapp über 7900. In der Folge ging es wieder um circa 500 Punkten nach oben.

Nur Swisscom verliert weniger als 5 Prozent

Das Auf und Ab äussert sich entsprechend auch im Volatilitätsindex, welcher vorübergehend ein Plus von 80 Prozent aufgewiesen hat. Am frühen Nachmittag ist er nun wieder in den Bereich von +50 Prozent zurückgekommen. Nach einem Schlussstand von knapp 19 Punkten am Vortag, steht der VSMI derzeit bei rund 28 Punkten.

Der SMI verzeichnet um 14.45 Uhr ein Minus von 9,65 Prozent und steht bei 8310,83 Punkten; vom Tageshoch bei 9277 bis zum Tagestief bei 7932 fiel der SMI zwischenzeitlich um knapp 15 Prozent. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) bricht um 9,70 Prozent auf 1215,71 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 9,19 Prozent auf 8229,04 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien geben einzig Swisscom um weniger als 5 Prozent nach.

Auch Zinsen geändert

Der Euro pendelte sich in dieser Zeit bei einem Niveau von 1,0250 ein und der Dollar bei knapp 88 Rappen. Im Tief hatte der Franken auch zum Euro die Parität deutlich unterschritten, der Dollar fiel gar auf rund 70 Rappen zurück.

Die Finanzmärkte hat die SNB nicht nur überrascht sondern regelrecht auf dem falschen Fuss erwischt. Sie hat nicht nur den Mindestkurs aufgehoben, sondern auch den Negativzins für Guthaben auf ihren Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf -0,75 Prozent gesenkt.

Jordan verteidigt Massnahme

Der Chefökonom der UBS beispielsweise zeigte sich in einer ersten Reaktion wie andere Marktteilnehmer schockiert. Der Chief Investment Officer derselben Bank sieht grosse negative Effekte für die Schweizer Wirtschaft. Er schätzt die direkten Auswirkungen auf die Exporteure auf rund 5 Milliarden Franken oder 0,7 Prozent des BIP. Entsprechende negative Reaktionen sind auch schon vom Branchenverband Swissmem eingetroffen oder vom Hotelier- und Tourismusverband.

SNB-Chef Thomas Jordan verteidigte die Massnahme mit den Hinweis auf die die internationalen Entwicklungen und dass es keinen Sinn mache, an einer nicht nachhaltigen Politik festzuhalten. Der Entscheid sei mit dem Wissen gefällt worden, dass kurzfristig Turbulenzen die Folge sein können. Aber ein Ausstieg aus einer Politik müsse überraschend erfolgen.

Einzel-Nachrichten treten in Hintergrund

Nachrichten zu einzelnen Aktien treten angesichts der Hypernervosität naturgemäss in den Hintergrund und auch, dass der Gesamtmarkt nach freundlichen Vorgaben am Morgen noch klar auf Gewinnkurs lag, interessiert kaum noch.

(tno/awp)

 

Anzeige