Die Schweizer Nationalbank erwartet im laufenden Jahr keinen neuerlichen Höhenflug des Franken. «Wir gehen davon aus, dass der Franken auf dem Niveau bleibt - sich respektive noch leicht abschwächt», sagte SNB-Chef Thomas Jordan in einem am Samstag veröffentlichten SRF-Interview. Zudem verteidigte er die Aufgabe des Mindestkurses: «Wir sind immer noch fest davon überzeugt, dass es der richtige Entscheid gewesen ist», sagte er.

Vor rund einem Jahr hatte die Notenbank überraschend ihren Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben und damit für eine rasante Aufwertung der Währung gesorgt. Gegenüber dem Euro hatte sich der Franken zeitweise um rund 20 Prozent verteuert - was der exportorientierten Schweizer Industrie schadet.

Gefahr einer weiteren Aufwertung nicht gebannt

Der Mindestkurs sei angesichts des schwachen Euro nicht mehr nachhaltig gewesen. Stattdessen versucht die SNB mit Negativzinsen und Interventionen am Devisenmarkt die Währung zu schwächen. «Beides zusammen sollte den Druck auf den Franken reduzieren und dazu beitragen, dass sich der Franken auf Zeit weiter abschwächen kann», sagte Jordan.

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Aus Sicht der SNB sei der Franken immer noch überbewertet - aber nicht mehr so deutlich wie noch vor knapp einem Jahr nach der Aufhebung des Mindestkurses. Aktuell liegt der Euro-Kurs bei rund 1,0860 Franken. Gänzlich gebannt sieht der Zentralbank-Chef die Gefahr einer weiteren Aufwertung des Franken jedoch nicht - etwa wenn verängstigte Anleger bei einer möglichen neuerlichen Krise ihr Geld wieder in der Schweiz parken.

«Wir leben nicht in einer isolierten Welt»

An den niedrigen Zinsen - derzeit liegt der Leitzins in der Schweiz bei minus 0,75 Prozent - dürfte die SNB so schnell wohl nichts ändern. «Wir leben nicht in einer isolierten Welt», sagte Jordan. «Wenn das internationale Zinsniveau sehr tief ist, kann die Nationalbank nicht einfach ein höheres Zinsniveau ansetzen.» Zuletzt hatte er auch eine weitere Zinssenkung nicht ausgeschlossen.

(reuters/moh)

 

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