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Intervention
SNB pumpt Milliarden in die Devisenmärkte

Es besteht erstmals Gewissheit: Die SNB stützt den Franken weiterhin massiv mit Zukäufen. Die Devisenreserven im Januar sind angestiegen.

Veröffentlicht am 06.02.2015

Der Wert der Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist im Januar zwar nur leicht gestiegen. Per Ende des Berichtsmonats lag er bei 498,4 Milliarden Franken, Ende Dezember waren es noch 495,1 Milliarden gewesen.

Das Bild ist aber trügerisch: Durch die Aufhebung des Mindestkurses haben die Devisenreserven massiv an Wert verloren. So hatte die SNB bspw. Ende Jahr 196,6 Milliarden Euro in ihren Büchern, entsprechend einem damaligen Wert zum Umrechnungskurs von rund 1.20 von gut 236 Milliarden Franken. Diese Devisen waren Ende Januar bei einem Kurs von knapp 1.04 noch rund 204 Milliarden Franken Wert, also über 30 Milliarden Franken weniger.

Massive Interventionen

Die 148 Milliarden US-Dollar in der SNB-Bilanz hatten Ende Jahr noch einen Wert von 147 Milliarden Franken, Ende Januar waren es dagegen lediglich noch 136 Milliarden Franken. Weil die SNB auch noch Yen und Pfund hält, die ebenfalls an Wert verloren haben, summieren sich die Verluste auf den Positionen von Ende Dezember über 50 Milliarden Franken.

Mit anderen Worten: Damit die SNB überhaupt steigende Devisenreserven ausweisen kann, muss sie massiv Devisen zugekauft haben. Andere Faktoren wie Veränderungen der Aktien- oder Anleihenkurse oder Zins- und Dividendenzahlungen dürften ebenfalls eine Rolle gespielt haben, sind aber schwierig zu quantifizieren, da die Details des SNB-Portfolios nicht bekannt sind.

Erstmals Gewissheit

Damit besteht erstmals Gewissheit, dass die SNB im Januar stark interveniert hat. Wann sie welche Summe ausgegeben hat, ist unklar. Marktbeobachter spekulierten aber schon lange, dass sie nach dem Mindestkurs-Ende weiterhin aktiv bleibe, so wie auch Thomas Jordan nach der Aufhebung des Mindestkurses ankündigte.

Die SNB selbst gab zu den möglichen Interventionen am Markt bislang keine Stellungnahme ab. Vermutlich greife die Nationalbank aber über einen Währungskorb ein – und kaufe nicht mehr alleine den Euro, heisst es in Marktkreisen.

(ise, mit Material von AWP)

 

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