Erst in den letzten Jahren haben Analysten damit begonnen, besondere Jahresvorschauen für Derivate zu schreiben. Im Gegensatz zu ihren Kollegen aus dem Aktienressort haben die Derivateexperten ein grösseres Repertoire: Hier können Anleger bei stagnierenden oder fallenden Kursen weit mehr tun als die Basiswerte halten oder verkaufen.

Gemäss den Analysten von JP Morgan, Goldman Sachs und der Deutschen Bank dürften die Aktienmärkte 2010 in der ersten Jahreshälfte weiter nach oben streben, bevor dann eine Konsolidierungsphase eintreten könnte. Noch weiter zurückgehen soll die Volatilität, die ein wichtiges Element bei der Preisfestlegung von Warrants und Optionen sowie für die Coupons von Reverse Convertibles oder Discount-Produkten ist. Zudem dürfte sich das Interesse weiter von Index- und Marktanlagen in Richtung Einzelaktien verlagern.

Potenzial in asiatischen Märkten

So sind etliche Analysten für den britischen Aktienmarkt sehr pessimistisch gestimmt, sie sehen aber Potenzial bei den asiatischen Märkten ohne Japan. Und die Anleger dürften sich öfter darauf konzentrieren, Erträge auch bei Seitwärtsbewegungen der Aktienmärkte zu generieren denn das Zinsniveau soll niedrig bleiben, solange die Notenbanker ihre Exit-Pläne nicht ausführen. Zudem sind die Dividendenrenditen bei einigen Titeln hoch.

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Anlagen, die bei aufwärts tendierenden Märkten eine ansprechende Performance erzielen, sind Bonus- oder Outperformance-Produkte. Beide sind nicht ohne Risiken, denn bei den Bonusprodukten darf die entsprechende Barriere nicht verletzt werden, sonst wird das Bonuszertifikat zum einfachen Tracker. Und beim Outperformance-Produkt ist die Anlage aus der Sicht des Investors nur dann optimal, wenn die Schwelle nicht verletzt wird. Empfehlenswerte Bonusprodukte auf den SMI sind gegenwärtig VZDSI, RLBSW oder ZKB8K0. Als Outperformance-Produkt auf den SMI ist gegenwärtig nur OPSMI erhältlich - hier liegt der Strike gut 2500 Punkte über dem aktuellen SMI-Niveau und damit in einem wenig attraktiven Bereich.

Mit der niedrigen Volatilität sind zwar Produkte wie Reverse Convertibles oder Discounter aus der Sicht der Kleinanleger etwas weniger attraktiv, weil sie hier verbrieft Volatilität verkaufen und dafür in Phasen mit niedriger Volatilität etwas weniger gut entschädigt werden. Dennoch zählen Discounter auf den SMI wie VCSMB, EGFML, SMDIS oder JTSMD zu den attraktiven SMI-Indexanlagen, die in einem Seitwärtstrend eine ansprechende Rendite einspielen können.

Anleger, die 2010 mit einem Krebsgang britischer Aktien rechnen, finden auf dem deutschen Markt Puts auf den FTSE-Index. An der SIX erhältliche Kapitalschutzprodukte wie JPFTS haben sich bewährt, weil die Käufer hier von den Kursverlusten geschützt waren. Allerdings zucken diese Produkte auch kaum, wenn die Notierungen des Basiswertes über das Schutzniveau steigt. Grössere Bewegungen nach oben werden laut den Analysten in Asien erwartet. Die einfachste Anlageform sind hier die Baskets auf asiatische Aktien bzw. Indizes, die von etlichen Banken angeboten werden. Beispiele hierfür sind Produkte wie ARESA, CAREU, JPSGY, JPKMT oder VZBOA.