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Betrug
So schützen Sie sich vor Anlagebetrügern

Bevor Sie viel Geld investieren, sollten Sie bei Finanzdienstleistern genauer hinschauen. (Bild: Keystone)

Investmentbetrüger gehen meist nach ähnlichen Mustern vor. Der «Beobachter» zeigt, wie Sie deren Tricks durchschauen.

Veröffentlicht am 11.01.2013

Angst vor Investmentbetrügern: In seiner aktuellen Ausgabe beschreibt der «Beobachter» drei Fälle, in denen Anleger um ihr Geld bangen. In einem Fall kontaktierte ein 80-Jähriger sogar die Basler Kantonalbank, bevor er einem Finanzdienstleister 400'000 Franken anvertraute - und er habe von der Bank ein Empfehlungsschreiben erhalten, sagt er. Die Firma ging jedoch Konkurs - ob der Mann sein Geld wieder sieht, ist ungewiss.

Zwar gelte für die Investmentfirma die Unschuldsvermutung, doch sei es für Anleger nicht leicht, Warnsignale zu erkennen, so der «Beobachter». Zusammen mit Carmen Tanner, Psychologin und Leiterin des neuen Zentrums zur Förderung von Verantwortung im Finanzbereich der Universität Zürich, erklärt das Magazin, welche Mechanismen zum Zug kommen:



Carmen Tanner rät dazu, die Stoppregel anzuwenden: «Kurz vor dem Entscheid muss man nochmals Stopp sagen und sich das Ganze in aller Ruhe überlegen.» Das sei erst recht empfehlenswert, wenn man unter Druck gesetzt werde.

Der Zürcher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer empfiehlt, Strategien zu entwickeln, um bei den oft sehr komplexen Delikten überhaupt Verdacht schöpfen zu können. Hilfreich sei, wenn man wisse, wie Kriminelle ihre Opfer einwickeln. Die drei wichtigsten Faktoren: 

  • Gier: «Erst wird durch hohe Gewinnversprechen die Gier geweckt, dann werden die Zweifel mit einer speziellen Geschichte oder einer Pseudoerklärung ausgeräumt», sagt Fischer.
     
  • Auserwähltheit: «Die kritische Frage des Opfers, wieso gerade es kontaktiert wurde, wird mit dem Argument pariert, dass es auserwählt sei.» Zweifel würden mit dem Hinweis auf eine angebliche Verschwörungsgeschichte beseitigt – laut Fischer ein klares Warnsignal. Zudem: Wenn eine Anlage so vielversprechend ist, greifen zuerst Banken und Grossanleger zu, für die Kleinen gibt es das in der Realität kaum.
     
  • Zeitdruck: Zweifel werden zerstreut, indem man das Opfer unter Zeitdruck setzt und mit Hochglanzbroschüren sowie Erfolgscharts täuscht. 

Laut Daniel Fischer sollten Anleger bei unrealistischen Gewinnversprechen skeptisch werden, nur Anlagen kaufen, die sie tatsächlich verstehen und sich nie unter Zeitdruck setzen lassen. Vorsicht ist laut dem «Beobachter» zufolge auch geboten, wenn sich Anbieter abschätzig über andere Finanzprodukte und etablierte Geldhäuser äussern.

(tno/jev)

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