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Value-Wert
Softing – Nach Gewinnwarnung sind Nachholeffekte möglich

Software-Update am Auto mit Laptop
In Auto-Werkstätten ist der Computer genau so wichtig wie der Schraubenschlüssel.Quelle: Keystone

Nach einer Gewinnwarnung wegen Umsatzverschiebung kam die Aktie von Softing im Oktober unter die Räder. Aber 2018 ist mit Nachholeffekten zu rechnen und es gibt neue Aufträge.

Von Georg Pröbstl*
am 22.12.2017

Vor einem Jahr war die Aktie Anlegern noch ein 20er-KGV wert. Auch vor zwei und drei Jahren bezahlten Börsianer den Gewinn von Softing oft mit dem 20fachen oder mehr. Jetzt bekommen Anleger den IT-Spezialisten dagegen zum 10er-KGV.

Grund für die aktuell tiefe Bewertung ist der Kursrutsch von Softing im Oktober. Vor zwei Monaten musste Firmenchef Wolfgang Trier die Prognose eindampfen. Wegen der Verschiebung von Umsätzen ins nächste Jahr und wegen negativer Währungseffekte soll der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern beim Anbieter von Soft- und Hardware für Steuerungs- und Kommunikationstechnik für die industrielle Automatisierung und Fahrzeugtechnik in 2017 nicht mehr bei über 5 Millionen Euro liegen, sondern nur noch zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro.

Grösster Einzelauftrag der Firmengeschichte

Nach Bekanntgabe dieser neuen Einschätzung fiel die Aktie des Konzerns aus München innert weniger Tage um 30 Prozent. Jetzt allerdings hat der Titel von diesem Vierjahrestief wieder nach oben gedreht. Auslöser für den Kursschub vor einer Woche war die Meldung über den grössten Einzelauftrag in der Firmengeschichte der US-Tochter im Volumen von rund 3 Millionen Dollar zur Entwicklung von Elektronik und Software zur Steuerung und Überwachung elektrischer Antriebe.

Diese Order dürfte allerdings erst der Anfang sein. Denn Softing hat im Bereich Automotive in den letzten Jahren neue Produkte entwickelt und die sind jetzt am Start. Firmenchef Wolfgang Trier will damit mit Autoherstellern Neugeschäft im Volumen von mehreren Millionen Euro an Land ziehen. Mit seinen Produkten profitiert der IT-Spezialist von Trends in der Fahrzeugindustrie hin zu autonomem Fahren bei Pkw und Lkw, von der wachsenden Vernetzung von Fahrzeugen – Stichwort Connected Car – und dem zunehmenden Einsatz von Elektronik und Software in den Autos.

Elektronik-Boom und Kostensenkungen

Das ermöglicht bessere Diagnose der Fahrzeuge, und Softing bietet beispielsweise für die Wartung der Pkw Software-Apps für Auto-Werkstätten, und arbeitet hier zum Beispiel mit Audi zusammen. Zudem sinken die Kosten. Belasteten die Neuentwicklungen bisher das Ergebnis, so gehen diese Aufwendungen im nächsten Jahr zurück. Für 2018 erwartet Manager Trier Kostensenkungen von rund 2 Millionen Euro.

Die neuen Produkte, der Ausbau des US-Geschäfts und Kostensenkungen lassen schon im nächsten Jahr ein Ergebnis im Bereich des Werts aus 2016 von 0,82 Euro je Aktie und mehr erwarten. Mit einem 10er-KGV ist Softing derzeit vergleichsweise billig und besitzt deutliches Aufholpotential. Anleger setzen darauf, dass die Aktie schon bald die 10-Euro-Marke knackt. Dann könnten auch ganz schnell wieder Kurse von 12,0 Euro und mehr drin sein.

Softing AG

ISIN: DE0005178008

Gewinn je Aktie 2018e: 0,90 €

KGV 2018e: 10,3

Dividende/Rendite 2017e: 0,20 €/2,2%

EK je Aktie: 6,80 €

EK-Quote: 64,9%

KBV: 1,4 

Kurs/Ziel/Stopp: 9,25/16,50/6,60 €

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (DeutschlandÖsterreichSchweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +26,1 Prozent (DAX: +12,7 Prozent), 3 Jahre: +71,5 Prozent (DAX: +22,4 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +301,7 Prozent (Dax: +83,3 Prozent).

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