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Value-Wert
Softing – neuer Datenservice bietet Phantasie

Verkehrsschild über der Autobahn
Elektronisches Verkehrsleitsystem: Auf und über der Strasse spielt Elektronik eine tragende Rolle.Quelle: Keystone .

Aktuell laufen die Geschäfte bei Softing nicht ganz rund. Doch der Experte für Steuerungs- und Kommunikationstechnik hat neue Services am Start, die hohe Umsatzbeiträge erwarten lassen.

Von Georg Pröbstl*
am 18.05.2018

Da gab es schnelle Kursgewinne. Ende Dezember an dieser Stelle empfohlen und schon Anfang Januar kam es bei der Aktie von Softing AG zum erwarteten Ausbruch über den Widerstand bei der psychologisch wichtige 10-Euro-Marke. Anleger konnten da in nur zwei Wochen rund 20 Prozent verdienen. Dann allerdings ging dem Titel die Luft aus und in der allgemeinen Börsenkorrektur von Januar bis März ging es auch mit der Aktie des Anbieters von Soft- und Hardware für Steuerungs- und Kommunikationstechnik für die industrielle Automation oder Fahrzeugtechnik nach unten. 


Anders als der breite Aktienmarkt, der sich von seinen Tiefs im März schon fast wieder vollständig erholt hat, dümpelt Softing allerdings nach wie vor im Kurskeller. Grund für die Kursschwäche ist die aktuelle Geschäftslage. Nachdem Softing wie frühzeitig vom Unternehmen angekündigt im vergangenen Jahr wegen Auftragsverschiebung den Umsatz mit 78,2 Millionen Euro nur in etwa auf dem Vorjahresniveau stabil halten konnte und beim Gewinn sogar einen Rückschlag von 0,82 auf 0,10 Euro je Aktie verbuchen musste, lief auch das erste Quartal nicht wirklich überzeugend.


Akquisition und neue Dienste


Der Umsatz in den drei Monaten fiel von 19,8 auf 18,5 Millionen Euro und das Ergebnis rutschte von einem Plus von 0,05 Euro je Aktie im Vorjahreszeitraum auf -0,03 Euro je Anteil ab. Das ist aber nur eine kurze Momentaufnahme und Börsianer sollten auf die Zukunft achten. Softing profitiert von grossen Basistrends bei seinen Abnehmern etwa in der Autoindustrie wie autonomen Fahren oder Vernetzung von Fahrzeugen und hat für das Angebot seiner Dienste vor wenigen Monaten einen wichtigen Zukauf durchgeführt. Dabei wurde die liechtensteinische Globalmatix übernommen. Das Unternehmen hat eine eigene Mobilfunklizenz mit zugehöriger Plattform für Telekommunikation und Telematik sowie die für die Verschlüsselung und Übertragung von Fahrzeugdaten erforderliche Elektronik
Damit kann Softing hunderttausende von Fahrzeugen künftig kostengünstig an die eigenen Systeme anbinden und ab 2019 will das Unternehmen daraus signifikante neue Umsätze aus Datenservices erzielen. Es soll bereits Zusagen von Kunden über zweistellige Millionen-Euro-Beträge jährlich geben. Zudem ist im nächsten Jahr ein Grossauftrag in den USA am Start und so könnte der Umsatz von Softing im nächsten Jahr zwischen 90 und 95 Millionen Euro liegen. Bei einer deutlich höheren Marge scheint dann ein Ergebnis je Aktie annähernd im Bereich von 1,0 Euro möglich. Mit einem 8er-KGV besitzt die Aktie auf Sicht von zwei Jahren das Zeug zum Kursverdoppler.


Softing AG
ISIN: DE0005178008
Gewinn je Aktie 2019e: 0,90 €
KGV 2019e: 8,8 
Dividende/Rendite 2017e: 0,20 €/2,5% 
EK je Aktie: 7,0 €
EK-Quote: 75,0% 
KBV: 1,1  
Kurs/Ziel/Stopp: 7,94/16,50/5,60 € 


* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent ( DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent)
 

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