Das letzte Jahr war für die Energieunternehmen kein Zuckerschlecken: Rezession, Druck auf die Strompreise und negative regulatorische Einflüsse erschwerten BKW, Alpiq und Axpo die Geschäfte. Dies machte sich auch in den Aktienkursen der kotierten Werte bemerkbar. Während der Swiss Market Index (SMI) 2009 über 18% gewann, verloren die Papiere von Alpiq 19,7% an Wert, und die Aktien von BKW sanken gar um 21,1% an der Börse.

Trotz Krise wächst BKW

Aber immerhin: Die letzten publizierten Eckdaten von Alpiq und BKW haben die Markterwartungen teilweise übertroffen. Gerade BKW gelang es, trotz Krise und einem europaweit geringeren Stromabsatz ein solides Wachstum zu generieren. Vor allem der internationale Vertrieb und der Handel legten deutlich zu. Vom günstigen Geschäftsgang dürfen sich auch die Investoren künftig eine grössere Scheibe abschneiden: Die Dividende soll von 2.30 Fr. auf 2.50 Fr. erhöht werden. BKW gehört zu über 52% dem Kanton Bern. Noch vor wenigen Jahren wurden Vorstösse, diesen Anteil zu reduzieren, abgeschmettert. Obwohl die BKW gemessen an Alpiq oder Axpo ein kleinerer Player ist, macht die starke staatliche Präsenz eine Übernahme unwahrscheinlich.

Zu konservativer Ausblick?

Am 18. März publiziert die BKW nun das detaillierte Zahlenset. Es wird Aufschluss darüber geben, wie sich die bereits publizierten Zahlen zusammensetzen. Sven Bucher, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, sagt: «Die wichtigsten Daten sind bereits bekannt.» Er erwartet daher keine grösseren Überraschungen und auch wenig Auswirkungen auf den Kurs.

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Am 24. März gewährt auch Alpiq Einsicht in ihre Detaildaten. Im Gegensatz zur BKW erlitt der grösste Schweizer Stromkonzern im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang um 8%. Der Umsatz sank um 7%. Dennoch ist das Zahlenset im anspruchvollen Umfeld besser ausgefallen, als von den Analysten erwartet. Der Ausblick fürs laufende Geschäftsjahr fiel dennoch relativ konservativ aus. Alpiq erwartet 2010 einen leicht rückläufigen Umsatz und Ergebnisse im Rahmen von 2009. Bucher relativiert jedoch: «Alpiq ist bekannt dafür, zu Jahresbeginn relativ konservative Prognosen abzugeben, die dann im Jahresverlauf angehoben werden.» Derzeit lastet auf dem Kurs von Alpiq noch die Unsicherheit des 5%- Aktienpakets des italienischen Stromversorgers A2A. Die Italiener wollen ihr Paket veräussern, allerdings scheint sich kein passender Käufer zu finden. Sobald der Verkauf über den Tisch ist, dürfte sich der Aktienkurs wieder erholen.

Der ZKB-Analyst erwartet 2010 ein weiteres schwieriges Jahr für die Stromkonzerne. Die Strompreise sind nach wie vor tief, ebenso das Wirtschaftswachstum. Mittelfristig sieht es jedoch besser aus. «In zwei bis drei Jahren dürfte es wieder Diskussionen zu Engpässen in der Stromversorgung geben», sagt Bucher. Dies dürfte sich auf die Kurse von Alpiq und BKW positiv auswirken.