Die Spekulation auf den Staatsbankrott Griechenlands hat zwar in den letzten Wochen den Euro-Kurs gedrückt und die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen erhöht.

Doch für die von Politik und Medien gescholtenen Hedge-Fonds mit einem makroökonomischen Ansatz hat sich die Strategie nicht ausgezahlt. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres ist deren Wert sogar um 1% gesunken. Zwischen Anfang Januar und Ende Februar verzeichneten etwa die Hedge-Fonds Brevan Howard Asset Management, Moore Capital Management und Tudor Investment Verluste. Im gleichen Zeitraum sank der Euro zum Dollar um nahezu 5%, das britische Pfund gab gar fast 6% nach.

Für Profis schwieriges Umfeld

Die Hedge-Fonds-Manager führen ihre insgesamt schwachen Renditen auf eine mangelnde Nachhaltigkeit der Marktbewegungen zurück. «In einem solchen Umfeld ist es schwer, sich bei den Investitionen für eine Seite zu entscheiden», sagte Philippe Bonnefoy von Cedar Partners Investment Management und meint die in der Branche als «Conviction Trades» bezeichneten Spekulationen, bei denen hohe Summen auf eine Karte gesetzt werden. Wenn solche Transaktionen aber nicht durchführbar sind und der Investmenthorizont zugleich eher langfristig ist, dann werde eben kein Geld verdient, sagte Bonnefoy. Am Devisenmarkt hatten die Spekulationen über einen möglichen Zahlungsausfall Griechenlands für Wirbel gesorgt und den Euro deutlich gedrückt. Auch das Staatsdefizit von Grossbritannien drückte dessen Währung erheblich. Die unklaren Mehrheitsverhältnisse bei den kommenden Unterhauswahlen mit den befürchteten Konsequenzen für die Haushaltssanierung taten ein Übriges. Von europäischen Spitzenpolitikern wie dem griechischen Premier Giorgos Papandreou und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy war Finanzjongleuren zuletzt vorgeworfen worden, die Krise mit ihren Spekulationen aktiv zu verstärken. Finanzaufsichtsbehörden hatten festgestellt, dass Daten von den Märkten keine verstärkten Spekulationen mit Kreditausfallversicherungen für griechische Anleihen nahelegten.

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Hilfe statt Verdächtigungen

Zuletzt hatte das Justizministerium in Washington Handelsdaten von Hedge-Fonds angefordert, um deren Euro-Positionen zu überprüfen. Auch die EU hat Kontrollen in Aussicht gestellt. Hedge-Fonds wie Brevan Howard und Moore hatten ihren Investoren zugesichert, dass sie an den Märkten nicht auf einen Zahlungsausfall Griechenlands spekulierten.

Es habe Mitte Dezember weder CDS-Positionen noch Shortpositionen auf griechische Staatsschulden im Portefeuille gegeben, hiess es bei Brevan Howard. Der Gründer des Hedge-Fonds Moore Capital, Louis Moore Bacon, geht in die Offensive: «Wir erwarten von den EU-Behörden ein Ende der uninformierten Schuldzuweisungen und den Beginn der Rettungsaktionen für Griechenland.»