Mit Bargeldbeständen ist derzeit nicht viel Geld zu machen: Die Kassenobligationen der ZKB beispielsweise bringen auf zwei Jahre 2,5%, die Zinsen steigen für achtjährige Einlagedauern bis auf 2,875%. Die Realverzinsung liegt in diesem Zinsumfeld – und vor Steuern – gar nur bei 0,1 bis 0,4%.

Schuldner sind die Banken

Eine Alternative bieten hier Geldmarktprodukte, wie sie jetzt beispielsweise von Merrill Lynch ausgegeben werden: So die Open-End-Money-Market-Plus-125-Zertifikate. Diese bieten in den Währungen Franken, Euro, Pfund und Dollar einen Zins an, der 1,25% über den jeweiligen Liborsätzen liegt.

Basis sind Einmonats-Zinsswaps, die jeweils bei Verfall gerollt werden; die monatlichen Zinszahlungen werden jeweils reinvestiert. Die Produkte werden nicht durch eine Management-Fee belastet, und das Institut verspricht einen Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreisen) von 0,1% während der Börsenzeiten. Weil solche Produkte Inhaberschuldverschreibungen sind und die Anleger damit de facto einer Bank Geld gegen einen bestimmten Zins zur Verfügung stellen, ist der Umstand sehr wichtig, dass steigende Credit Spreads für Merrill Lynch selber keinen Einfluss auf die Bewertung des Produktes haben.

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Immun gegen Börsenbaisse

Aus den gegenwärtigen Liborsätzen errechnen sich Zinsen zwischen 3,5 (bei der Frankenvariante) und 6,6% (für die Pfund-Version). Bis anhin – seit dem 11. August werden die vier Produkte gehandelt – halten diese Papiere, was sie versprechen: Die Frankenvariante stieg in dieser Zeit um 0,1%. In derselben Zeit verlor auf der Aktienseite der Swiss Market Index (SMI) rund 3%.

Vergleichbar entwickelten sich die Euro- und die Dollarversionen. Der Spread liegt bei 0,05% und damit vorbildlich tief. Das von Derivative Partners ermittelte Handelsvolumen weist zudem auf eine rege Nachfrage und gute Liquidität hin. Allerdings blieb die Performance des Frankenprodukts deutlich hinter dem SBI96-Inland-Obligationenindex zurück. Für die Fremdwährungsprodukte spielen zudem die schwankenden Wechselkurse eine grosse Rolle – die massive Dollaraufwertung seit Juli bedeutet eine Renditeerhöhung.

Einen etwas anderen Ansatz hat Vontobel mit der Money Market Note G10 (VZMMC) gewählt; hier wurde eine Einmonats-Money-Market-Note mit einer Long-Short-Strategie von Forwards auf einen Währungskorb der zehn grössten Industriestaaten kombiniert. Dieses Produkt erwies sich in den letzten zwölf Monaten als weitgehend immun gegenüber den Börsenturbulenzen. Kaum Einfluss hatte auch die schwache US-Valuta. Der Rückgang um 2% zwischen August und Dezember 2007 ist längst wettgemacht, die Performance der letzten zwölf Monate liegt gleichauf mit dem SBI96-Inlands-Obligationen-Index.

Das Gute liegt so nah

Geldmarktprodukte gibt es inzwischen auch auf weniger verbreitete Währungen wie den ungarischen Forint, die tschechische Krone oder die türkische Lira. Gerade das Liraprodukt hat seit April 25% zugelegt, der Preisrückgang davor lag allerdings etwa in gleichem Rahmen, und Anleger, die hier ein ungünstiges Timing hatten, haben noch nichts gewonnen. Per Saldo hätte man mit einer Bundesobligation fast gleich viel gewonnen.

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Geldmarktprodukte wie die von Merrill Lynch spielen ihre Stärken, relative Stabilität und Sicherheit, deshalb nur dann aus, wenn weitere Risiken (etwa Wechselkursschwankungen) vermieden werden und ein Investment mit kurzfristigen Horizont gesucht wird.