Auf einen Rat zu hören, bildet nach einem persischen Sprichwort die Wurzel des Wohlstands. Daran dürfte etwas dran sein, denn mit den richtigen Ratschlägen lassen sich in Geldangelegenheiten viele Fehler vermeiden und viele Dinge richtig machen. Besonders interessant und hilfreich dürfte wegen des ihnen zur Verfügung stehenden Erfahrungsschatzes das sein, was ältere Mitmenschen als Rat erteilen können. Am meisten erlebt, haben die über 100-Jährigen, von denen es dank der steigenden Lebenserwartungen immer mehr gibt.

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Der letzten Erhebung in den USA zufolge bestand diese Gruppe am 1. April 2010 in den Staaten aus 53'364 Personen. Sie kamen zu einer Zeit zur Welt, als ein neues Auto noch 500 Dollar kostete und ein neues Haus rund 3500 Dollar. Auch an diesen Preisbeispielen lässt sich ablesen, wie viel sich seitdem verändert hat. Die heute über 100-Jährigen haben aber allen diesen Veränderungen getrotzt und sind auch sonst mit allen Herausforderungen zurechtgekommen. Die damit verbundene Lebenserfahrung macht sie zu einer wertvollen Ratgeber-Quelle.

Der Rat der Alten: Früh mit dem Sparen anfangen!

Um mehr darüber zu erfahren, welche Tipps diese Gruppe für die nachfolgenden Generationen parat hat, liess der US-Seniorenresidenz-Betreiber Holiday Retirement 68 über 100-Jährige zu zahlreichen unterschiedlichen Themen befragen. Weil auch im hohen Alter das Thema der eigenen Finanzen meist ein diskretes ist, beantwortete nur knapp die Hälfte der Senioren die Frage, was sie selbst rückblickend als den grössten finanziellen Fehler in ihrem Leben ansehen.

Trotz der Verschwiegenheit zu diesem Themenkomplex gab es ansonsten dennoch viele aufschlussreiche Antworten. Zur Frage, was man bedauere, sagten 24 Prozent, sie hätten früher mit dem Sparen anfangen sollen. Weitere 4 Prozent hätten sich zudem strikter an ihr Budget halten wollen. Weitere 9 Prozent glauben, sie hätten lieber auf die eine oder andere Anschaffung und damit Ausgabe verzichten sollen. Und weitere 9 Prozent sind der Meinung, es wäre besser gewesen, auf einen Finanzberater zurückzugreifen.

Das Geld lieber zweimal umdrehen

Auf die Frage, was wohl die heutigen Jugendlichen später einmal bereuen werden, kamen von den über 100-Jährigen Antworten wie diese: Geld zu schnell ausgegeben (15 Prozent), nicht genügend Geld gespart (13 Prozent), nicht zufrieden mit dem für die Rente zurückgelegten Geld, Geld nicht zum Geniessen des Lebens ausgegeben, und auch Wettleidenschaft bereue man, wenn man älter werde.

Nicht alles davon wird jeder gerne hören, aber sinnvoll sind die Vorschläge. Denn der Verzicht auf den schnellen Konsum kann sich durchaus lohnen. Schliesslich kann das gesparte Geld, richtig angelegt, dabei helfen, ein Vermögen aufzubauen. Und das wiederum kann zu einem höheren Lebensstandard beitragen. Um zu diesem Schluss zu kommen, muss man allerdings keine 100 Jahre alt werden. Vielmehr rät einem auch jeder Finanzberater, so früh wie möglich mit dem Sparen zu beginnen, auch, um im Alter genügend Geld für einen angenehmen Ruhestand zu haben.

Nicht Reichtum – Familie ist DER Glücksbringer

Die über 100-Jährigen scheinen also auch über Gelddinge einiges gelernt zu haben. Aufschlussreich ist aber nicht nur ihr Finanzwissen, sie können auch sonst wertvolle Tipps fürs Leben geben. Besonders viel wissen sie wohl darüber, wie man gesund bleibt und was zum Glücklichsein beiträgt. Zu den Antworten zu diesen beiden Punkten zählen unter anderem körperliche Aktivitäten (66 Prozent), sich gesund ernähren (63 Prozent), Religion und Spiritualität (59 Prozent) oder Zeit mit Freunden und Nachbarn zu verbringen. Letzteres antworteten 65 Prozent der Befragten.

84 Prozent verwiesen darauf, dass von überragender Bedeutung zur Erlangung von Gesundheit und Glück sei, möglichst viel Zeit mit der Familie zu verbringen. 3 Prozent glauben daran, dass positiv mit der Familie verbrachte Zeit zumindest etwas zu ihrem Wohlbefinden und zu ihrer Gesundheit beigetragen hat. Materielle Dinge scheinen demnach nicht entscheidend zu sein für Gesundheit und Wohlbefinden. Eine Erkenntnis, zu der viele Menschen, die sich im hektischen Alltagsleben die Zeit zur Selbstreflexion nehmen, schon vor dem Erreichen der Altersgrenze von 100 Jahren kommen dürften.