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3D-Druck
3D-Druck – Hype und Ernüchterung

Mit Baskets können Anleger breit gestreut auf Wachstum im 3D-Druck setzen
3D-Druck: Die Technologie könnte viele Industrie- und Lebensbereiche revolutionieren. Keystone

Vor zwei Jahren haben die Emittenten den 3D-Druck als Thema entdeckt. Nun laufen die ersten Zertifikate aus, und die Performance lässt nicht viel vom einstigen 3D-Hype erkennen. Ein Überblick.

Von Christian Ingerl
19.03.2015

Gerade noch rechtzeitig vor dem endgültigen Hype im 3D-Druck haben die Banken Produkte auf den vielversprechenden Tech-Trend emittiert. Vontobel und UBS übernahmen Anfang 2013 die Vorreiterrolle, Julius Bär und ZKB zogen innerhalb weniger Monate nach. Nun haben die ersten Produkte ihr Laufzeitende erreicht. Die Kursentwicklungen zeigen kein einheitliches Bild.

Am 9. März ist der Tracker auf den «UBS 3D Printing»-Basket ausgelaufen. In der Hälfte der Laufzeit war das in US-Dollar denominierte Zertifikat um mehr als 50 Prozent im Plus, am Ende blieb aber nur eine schwarze Null. Deutlich besser sieht es beim Tracker auf den «3D Printing»-Basket von Vontobel aus. Am 27. März findet das Schlussfixing statt, und aktuell steht ein Plus von rund 18 Prozent zu Buche. Allerdings ist diese Performance unter anderem auch Währungsgewinnen geschuldet, denn das Zertifikat wurde in Franken aufgelegt. Als Glücksgriff erwies sich zum Beispiel Canon. Die Aktie der Japaner haussierte in Yen auf Sicht von zwei Jahren um rund einen Fünftel. Hinzu kommt, dass der Yen gegenüber dem Franken in dieser Zeit um weitere 20 Prozent abgewertet hat. Mit Ricoh befindet sich ein weiterer Titel aus Fernost in der Auswahl, der von dieser Entwicklung profitierte.

Viele Übereinstimmungen

Beim Vergleich der am Markt erhältlichen Themen-Zertifikate decken sich zahlreiche Baskets  bei der Titel-Auswahl. So sind die beiden Branchenriesen 3D Systems und Stratasys sowohl im Produkt von Vontobel, UBS wie auch bei Julius Bär und ZKB zu finden. Auch der 3D-Software-Spezialist Autodesk ist in allen Aufstellungen enthalten. Übereinstimmungen sind zudem beim schwedischen 3D-Drucker-Hersteller Acram zu finden, beim französischen Softwarehaus Dassault sowie bei den US-Konzernen Faro Technologies, Proto Labs und PTC.

Ausgebremst wurden die Kursentwicklungen der Baskets zuletzt vor allem durch die 3D-Druck-Pioniere 3D Systems und Stratasys. Auf Zwei-Jahres-Sicht liegen die beiden Valoren sogar in der Verlustzone. Einem steilen Anstieg – bei 3D Systems beispielsweise verdreifachte sich der Kurs bis Anfang 2014 – folgte ein herber Absturz. Ebenso wie in der Vergangenheit schon Internet- oder Biotech-Blasen geplatzt sind, erwischte es nun also auch die noch junge 3D-Szene. Die Bewertungen passten mit dem Wachstum der Firmen nicht mehr zusammen, und so kam es zu einer Bereinigung. Allerdings bedeutet dies längst nicht das Aus für den Sektor. Die Unternehmen forschen, tüfteln und investieren und machen den 3D-Druck allmählich gesellschaftsfähig. Es werden beispielsweise Kunststoffdrucker für den privaten Gebrauch entwickelt, die quasi als eine kleine Fabrik ins Wohnzimmer gestellt werden können und relativ einfach zu bedienen sind. So möchte 3D Systems nach zahlreichen Akquisitionen und hohen Investitionen im vergangenen Jahr jetzt auch wieder durchstarten. Aus den jüngsten Zukäufen, wie jenen der Druckerspezialisten Robtec und botObjects, sollen zusätzlich Synergien gehoben werden. 3D Systems deutete bereits an, dass sich die Profitabilität im 2015 wieder bessern soll.

Langfristiger Trend

Selbst, wenn die Aktienkurse dies zuletzt nicht zeigten, beim 3D-Druckermarkt handelt es sich nach wie vor um einem Wachstumsmarkt. Die Experten des Marktforschers Gartner gehen davon aus, dass sich die Auslieferungszahlen von 3D-Druckern im 2015 auf rund 217’000 mehr als verdoppeln werden. Auch sollen die Geräte immer billiger werden, was zwar einerseits die Margen der Unternehmen belastet, andererseits aber die Nachfrage ankurbeln dürfte. Bis Ende 2016 sollen die Preise für einen 3D-Drucker deutlich unter 2000 Dollar fallen.

Der Trend ist weiterhin sehr spannend, und die Perspektiven sprechen für weiteres Wachstum. Insbesondere langfristig orientierte Anleger können sich diesen Trend ins Depot holen. Aus Struki-Sicht am besten eignet sich der Tracker der UBS auf den «Solactive 3D Printing»-Index aufgrund seiner Open-End-Struktur. Das Produkt weist auch eine sehr gute Performance von 19 Prozent seit Emission auf.

Neues Produkt mit neun Mitgliedern am Markt

Wer davon ausgeht, dass 3D Systems und Stratasys ihr Tief erreicht haben und dass sie vor dem Kursaufschwung stehen, der kann den in der Zeichnung stehenden Tracker auf den «3D Printing III»-Basket ins Auge fassen. Das US-Duo erhält dort ein Gewicht von 30 Prozent. Weitere Schwergewichte in diesem Basket mit neun Mitgliedern sind Autodesk (20 Prozent Gewicht) und Dassault (15 Prozent Anteil). Bei der Zeichnung ist ein Aufschlag von 1,8 Prozent fällig. Das Zertifikat ist in drei Währungen erhältlich: Franken, US-Dollar und Euro. Da kein Währungsschutz besteht, müssen sich Anleger auch eine Meinung über die Wechselkurse bilden, denn diese können deutlich Einfluss auf die Performance des Trackers – nach oben oder unten – nehmen.

 

Übersicht über aktuelle 3D-Zertifikate

Name

Emittent

Valor

Emissionstag

Laufzeit

Gebühr p.a.

Perf. seit Emission

3D Printing Basket (CHF)

Bank Vontobel

24173275

22.03.2013

27.03.2013

0%

17,8%

3D Printing Basket III (CHF)

Bank Vontobel

24173277

27.03.2015

24.03.2017

0%

in Zeichnung

JB 3D Printing Basket (USD)

Julius Bär

20966607

06.09.2013

08.09.2015

0%

-4,1%

STOXX Global 3D Printing (USD)

ZKB

14527662

04.10.2013

27.09.2016

0,5%

-4,5%

3D Printing Strategy Tracker (USD)

Leonteq

21229738

14.06.2013

07.06.2018

1,5%

-7,4%

Solactive 3D Printing (USD)

UBS

22988011

28.03.2013

Open End

1,0%

+19.0%

 

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