APG: +30 Prozent seit April 2014. Burkhalter Holding: +25 Prozent im selben Zeitraum. Lifewatch: +50 Prozent, und Novartis brachte in den 15 Monaten ebenfalls einen Kursgewinn von 30 Prozent. Die Titel, die stocksDIGITAL vor etwas mehr als einem Jahr als «Aktien vor dem Ausbruch» identifiziert hatte, liefen glänzend und brachten im Vergleich zum SMI mit seinem Kursplus von rund 12 Prozent eine klare Outperformance.

Mit dieser Entwicklung wurde eine Börsenweisheit – oder wohl eher ein Bonmot – von Börsenguru André Kostolany widerlegt. Konkret: «Charttechnik ist eine Wissenschaft, die vergeblich sucht, was Wissen schaft.» Denn unser Auswahlkriterium «für den Ausbruch» war eben die Charttechnik: Allzeithoch, wichtige psychologische Marken, Unterstützungszonen oder Trendlinien und Widerstände im Chart, aber auch eine Trading-Range mit oberer und unterer Begrenzung einer bestimmten Kursspanne.

Charttechnik und self fulfilling Prophecy

Erfahrene Anleger wissen: Aktien, beispielsweise mit einem bestimmten Kursmuster, können interessant werden, da viele Anleger sich auf solche Formationen konzentrieren und ein- oder aussteigen, wenn der Chart ein entsprechendes Kauf- oder Verkaufssignal liefert. Je mehr Anleger auf solche technischen Finessen achten, desto wahrscheinlicher wird der Eintritt der erwarteten Kursentwicklung nach oben oder unten. In der Börsenpsychologie wird das auch «self fulfilling prophecy» – eine sich selbst erfüllende Prophezeiung – genannt.  

Allerdings liegt bei bestimmten Kursmustern nicht einmal unbedingt eine solche Prophezeiung vor. Denn bei Unterstützungen oder Widerständen beispielsweise – auch bei einer Trading-Range – sind oft bei bestimmten Kursmarken Anleger mit ihren Kauf- oder Verkauforders positioniert. Beispielsweise kann ein altes Kurshoch zum zähen Widerstand werden, wenn es von dieser Marke mit dem Kurs längere Zeit steil nach unten gegangen ist. Erholt sich die Aktie wieder, drücken auf dem alten Hoch viele Anleger, die damals oben eingestiegen sind, erleichtert auf den «Verkaufen-Knopf», um so endlich ihre Kursverluste wieder auszugleichen und die Position so glattzustellen. Eine Aktie kann dann einen solchen Widerstand oft erst überspringen, wenn sämtliche Verkaufsorders abgearbeitet sind. Möglicherweise gibt es dann aber keine Verkäufer mehr, und eine Aktie entwickelt von dort aus eine völlig neue Kursdynamik.  

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Heisse Kandidaten für Trader

Auf jeden Fall sind solche Chartmuster oder das Erreichen bestimmter Kursschwellen immer interessant. Die Redaktion von stocksDIGITAL hat deshalb erneut die besten Aktien zum Traden ausgesucht. Anleger können hier entweder direkt, also über die Aktie, oder aber auch über ein entsprechendes Hebel-Zertifikat einsteigen.

ABB (CH0012221716): Das SMI-Mitglied notiert an der starken Unterstützung um 20 Franken. Diese Marke brachte seit 2013 schon mehrfach innert kurzer Zeit Kursgewinne von 10 Prozent und mehr. Zusätzlich schaffen die naheliegenden 100- und 200-Tage-Linien Kursphantasie.

Swatch (CH0012255151): Der Uhrenhersteller hat nach dem Kursrutsch Anfang der Woche die obere Linie des Abwärtstrends erreicht und notiert nun auch knapp über der 100-Tage-Linie. Zudem ist die Unterstützung und psychologische Marke von 400 Franken zum Greifen nah. Angesichts dieser gesamten Konstellation könnten bei der Aktie schon kurzfristig wieder deutlich höhere Kurse drin sein.

Henkel (DE0006048432): Die Aktie des Konsumgüterkonzerns ist knapp unter die 100-Euro-Marke gefallen. Von dieser Zone aus konnte der Kurs des DAX-Konzerns in den letzten Monaten aber schon merhfach wieder nach oben drehen. Anleger setzen auf schnelle Kursgewinne von 10 Prozent.

Total S.A. (FR0000120271): Der Ölkonzern notiert an der starken Unterstützung um 45 Euro. Angesichts einer hohen Dividendenrendite von rund 5,0 Prozent sollte das Kursrisiko begrenzt sein. Dafür besteht die Chance auf eine baldige Kursumkehr in Richtung 50 Euro.

Schlumberger (AN8068571086): Die Aktie des Dienstleisters der Ölindustrie notiert knapp unter der 200-Tage-Linie. Fällt die Marke, erkennen darin viele Anleger ein Kaufsignal und steigen ein. Das zieht den Kurs dann nach oben. Zudem ist beim Konzern aus Houston in Texas die Unterstützung von 80 Dollar fast erreicht. Von dieser Marke konnte der Titel in den letzten zwei Jahren schon mehrfach schnell zum Rebound starten.

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Agilent Technologies (US00846U1016): Die Aktie des Experten für Life Sciences und Diagnostik läuft seit Ende 2013 in einer Handelsspanne zwischen rund 38 und 44 Dollar. Zwischen der oberen und unteren Begrenzung pendelte die Aktie seither bereits annähernd zehnmal hin und her. Jetzt könnte der Titel wieder von der unteren Marke nach oben abprallen.

Southwest Airlines (US8447411088): Die Fluggesellschaft hat durch die Kurssteigerungen der letzten Wochen nicht nur die obere Begrenzungslinie des kurzfristigen Abwärtstrends erreicht, sondern auch die 100-Tage-Linie. Anleger setzen auf den Sprung über diese Marken und auf weitere schnelle Kursgewinne.

Cigna Corporation (US1255091092): Die Aktie des Versicherers notiert an der unteren Begrenzungslinie des Aufwärtstrends und knapp über der 100-Tage-Linie. Da könnte ein rascher Rebound nach oben bevorstehen.

Check Point Software (IL0010824113): Der IT-Konzern hat vom 15-Jahreshoch vom Mai etwas korrigiert und notiert jetzt nicht nur an der Unterstützung bei 80 Dollar, sondern auch an der 200-Tage-Linie. Da könnte es bald zum Umkehrschub kommen.