Das erste Quartal im neuen Anlagejahr verlief zwiespältig. Krim-Krise, volatile Märkte und Währungsturbulenzen in mehreren Schwellenländern veranlassten einzelne Anleger dazu, die im Verlauf des vergangenen Jahres angehäuften Gewinne zu realisieren. Trotzdem bleibt das geldpolitische und wirtschaftliche Umfeld grundsätzlich freundlich für Aktienengagements.

Mangels Alternativen bleiben Aktien weiterhin die bevorzugte Anlageklasse. Da manche Beteiligungspapiere bereits hohe Kursgewinne verzeichnen konnten, gewinnt jedoch die Selektion zunehmend an Bedeutung. Zudem scheint eine Diversifikation des Portfolios mittels Alternativwährungen angesichts der ungelösten Überschuldungsproblematik in den Industrieländern weiterhin sinnvoll zu sein.

Alternativwährungen zur Absicherung

Ein Grossteil der Alternativwährungen wie der kanadische Dollar, der australische Dollar oder die norwegische Krone entwickelten sich im letzten Jahr gegenüber den Hauptwährungen wie dem US-Dollar oder dem Euro, aber auch gegenüber dem Schweizer Franken, negativ. Auch wenn die wirtschaftlichen Fundamentaldaten nicht auf eine Trendwende hinweisen, sollte auf die Währungsdiversifikation nicht verzichtet werden. Indes steht die Eurokrise zwar nicht mehr im Fokus, die grundlegenden Probleme sind jedoch immer noch nicht gelöst. Solange keine entsprechenden strukturellen Reformen durchgeführt werden, können der Euro – und damit auch der Schweizer Franken – schnell wieder unter Druck geraten. Als Absicherung gegen ein erneutes Aufflammen der Eurokrise ist ein Festhalten an Alternativwährungen unumgänglich.

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Allerdings gewinnt bei den Alternativwährungen die Selektion an Bedeutung. Bei den Rohstoffwährungen scheint ein grosser Teil der Korrektur gegenüber dem Schweizer Franken und dem Euro bereits vollzogen zu sein. Gegenüber dem US-Dollar sind im laufenden Jahr jedoch weitere Wertverluste der Rohstoffwährungen möglich. Dafür sprechen sowohl die Zinsdifferenzen, die sich zugunsten des Greenbacks entwickeln, als auch die weiterhin vorhandenen makroökonomischen Ungleichgewichte, die sich in den letzten Jahren aufgebaut haben. Die attraktivste Diversifikationswährung bleibt der chinesische Renminbi. Die Aufwertung der chinesischen Währung dürfte sich fortsetzen. Dafür sprechen einerseits die Reformagenda Chinas und andererseits die hohen Kapitalzuflüsse.

Wachstum, Liquidität und tiefe Inflation

In den vergangenen Monaten haben sich weltweit verschiedene Konjunkturindikatoren positiv entwickelt. Darunter sind die jeweiligen nationalen Einkaufsmanager-Indizes besonders hervorzuheben. Diese Indizes vermitteln monatlich einen Überblick über die konjunkturelle Lage in der Industrie, anhand verschiedener Kriterien wie Auftragseingänge und -bestände. Seit Mitte 2013 sind in den Industrieländern wieder durchgehend grüne Werte zu verzeichnen.

Trotz der besseren konjunkturellen Aussichten und der ersten Drosselungen der Anleihenkäufe der amerikanischen Notenbank wird die Geldpolitik weltweit expansiv bleiben. Inflation scheint derzeit kein Thema zu sein. In den europäischen Peripherieländern lauert gar das Gespenst der Deflation, weshalb weitere geldpolitische Lockerungsmassnahmen der Europäischen Zentralbank nicht auszuschliessen sind. Deflationäre Tendenzen plagen die japanische Wirtschaft schon seit langem. Deshalb werden die unter dem Begriff «Abenomics» bekannt gewordenen wirtschaftlichen Stimulierungen auch im laufenden Jahr andauern.

Aktienselektion rückt in den Fokus

Der Nährboden für steigende Aktienpreise scheint also auch im Jahr 2014 vorhanden zu sein. Nach dem sehr guten Börsenjahr 2013 ist die Konstellation jedoch mit Vorsicht zu geniessen: Die Bewertungen der Aktienmärkte sind mittlerweile nicht mehr günstig, weshalb die Selektion von einzelnen Werten an Bedeutung gewinnt. In Verbindung mit steigenden Unternehmensgewinnen dürfte das wirtschaftliche Umfeld zu attraktiveren Bewertungen von Aktien führen, was diesen wiederum Kurspotenzial nach oben verschaffen wird.

Martin Schenk ist Leiter Privatkunden Schweiz bei der Notenstein-Privatbank.