Bereits drei Wochen vor dem Samichlaustag klopfte in diesem Jahr bei der Küsnachter BB Biotech AG der düstere Knecht von Samichlaus, der Schmutzli, an. Laut einer Mitteilung der Schweizer Börse SIX war der US-Hedge Fund Elliott über seine Tochter Cornwall mit 3,1 Prozent bei der Beteiligungsgesellschaft eingestiegen. Die neue Aktionärin ist in der Branche keine unbekannte. 2011 griff sie bereits bei Actelion nach der Macht, um einen Verkauf des Unternehmens zu erzwingen. Doch an der Generalversammlung von Europas grösstem Biotechkonzern holte sich Elliot eine Abfuhr. Noch ist nicht bekannt, welche Absichten der Hedge Fund nun verfolgt. Weder Elliot selbst noch BB Biotech äusserten sich bis jetzt zum Aktienkauf.

Übernahmewelle treibt den Pharma-Sektor

Fest steht, dass der Einstieg des Investors dem langfristigen Aufwärtstrend keinen Abbruch tun konnte. Allein im bisherigen Jahresverlauf verteuerte sich BB Biotech um mehr als die Hälfte und notiert nun erstmals über der runden Marke von 200 Franken. Damit steht das Unternehmen sinnbildlich für den Höhenflug der Biotechbranche. Ein treibender Faktor hinter der Rally des Sektors ist die laufende Übernahmewelle. Vor dem Hintergrund der Patentklippe, sprich dem Auslaufen des Marktschutzes für milliardenschwere Präparate, stärken sich viele grosse Pharmaunternehmen mit Zukäufen. Beispielsweise schluckte Roche zuletzt für die stolze Summe von 8,3 Milliarden US-Dollar die kalifornische InterMune. Die Basler zahlten einen Aufschlag von 63 Prozent gegenüber dem Kursniveau der Aktie vor dem Deal.

Den Geschmack der Investoren trifft der Biotechsektor auch mit einer starken operativen Verfassung. Den besten Beleg für diese These liefert Actelion. Bereits dreimal hat das Unternehmen die Prognose für das laufende Jahr erhöht. Zunächst stellte das Management eine stabile Gewinnentwicklung in Aussicht. Mittlerweile rechnet die Allschwiler Gesellschaft mit einem Wachstum von mehr als einem Fünftel. Während die Geschäfte mit dem Ende 2013 in den USA und später in Europa eingeführten Lungenpräparat Opsumit florieren, hat Actelion den nächsten potenziellen Blockbuster in der Pipeline. «Für Selexipag steht die Einreichung der Registrierungsunterlagen bei den Gesundheitsbehörden in der Europäischen Union und in den USA kurz bevor», erklärte CEO Jean-Paul Clozel kürzlich. Vor diesem Hintergrund können die Aktionäre weiterhin auf satte Wachstumsraten und auf eine steigende Dividende hoffen.

Basilea – hoffen auf die Zulassung

Derweil gehen die Anteilseigner von Basilea durch ein kleines Tal der Tränen. Nachdem sich der Kurs des Biotechvalors 2012 und 2013 vervielfacht hatte, gab er im laufenden Jahr bis dato um mehr als einen Zehntel nach. Als Bremsklotz entpuppte sich unter anderem eine Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA). Sie teilte mit, dass für einen zukünftigen Zulassungsantrag von Ceftobiprol in den USA zur Behandlung von Lungenentzündung zusätzliche Daten notwendig seien. Daraufhin entschied sich das Unternehmen, ohne Partner auf dem US-Markt vorerst keine neuen Phase-3-Studien zu betreiben.

Derweil soll das Präparat in Europa demnächst eingeführt werden. Schon bald könnte es sein, dass die FDA erneut Einfluss auf den Aktienkurs nehmen wird. Am 22. Januar bespricht ein Beratungsausschuss öffentlich den Zulassungsantrag für Isavuconazol. Basileas Partner Astellas Pharma bemüht sich in den Staaten um die Einführung dieses Präparats zur Behandlung komplizierter Pilzinfektionen.

Nasdaq-Biotech-Index – jetzt auch als ETF

Gerade bei den kleineren Biotechfirmen stellt die Abhängigkeit von wenigen Produkten respektive Entwicklungserfolgen ein nicht unerhebliches Risiko dar, beinhaltet aber auch entsprechend hohe Chancen. Als Alternative zum Kauf von Einzeltiteln bietet sich eine gestreute Vorgehensweise an. Beispielsweise steht mit BB Biotech ein aktiv verwaltetes und diversifiziertes Investment zur Verfügung. Für die Küsnachter spricht zudem der Track Record und das spezialisierte und erfahrene Management. Die Benchmark von BB Biotech ist seit kurzem im ETF-Mantel investierbar.

Source lancierte den ersten in Europa kotierten Exchange Traded Fund auf den Nasdaq-Biotechnology-Index. Anleger haben dadurch die Möglichkeit, mit nur einer Order das Who's who dieses erfolgreichen Sektors ins Portfolio zu holen. «Source reagiert mit der Auflegung dieses Produkts direkt auf die Nachfrage ihrer Kunden», erklärt CEO Ted Hood. Der Fonds kommt mit einer Gesamtkostenquote von 0,4 Prozent p.a. aus. Derweil ist der Index selbst nach seinem jahrelangen Höhenflug alles andere als günstig. Auf der Basis der für die kommenden zwölf Monate erwarteten Ergebnisse liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei mehr als 50.

Actelion (ISIN CH0010532478)

Um knapp die Hälfte nahm der Börsenwert von Europas grösstem Biotechkonzern im bisherigen Jahresverlauf zu. Damit ist Actelion die Titelverteidigung als SMI-Top-Performer kaum mehr zu nehmen. Die Aussichten sind weiterhin positiv. Nach der erfolgreichen Einführung des Lungenpräparats Opsumit hat das Unternehmen mit Selexipag den nächsten möglichen Blockbuster in der Pipeline. Analysten heben mehrheitlich den Daumen. Beispielsweise taxiert Kepler Cheuvreux das Kursziel für die Actelion-Aktie auf 140 Franken – ein Aufschlag von 25 Prozent auf die aktuelle Notiz.

Basilea Pharma (ISIN CH0011432447)

Der Small Cap zählt zu den heissen Wetten des Biotechsegments. Falls die Behörden in den USA und in Europa grünes Licht für das Antimykotikum Isavuconazol geben, könnten der Aktie wieder bessere Zeiten ins Haus stehen. Chi Tran-Brändli, Aktienanalystin bei J. Safra Sarasin, ist zuversichtlich: «Dank exzellenter Phase-III-Studienergebnissen erwarten wir eine fristgerechte Zulassung.» Sie verweist zudem auf die liquiden Mittel von einer Viertelmilliarde Franken und stuft das noch tief in den roten Zahlen steckende Unternehmen mit «Kaufen» ein.

BB Biotech (ISIN: CH0038389992)

Die Küsnachter Beteiligungsgesellschaft verfolgt ehrgeizige Ziele. Langfristig soll im Durchschnitt eine prozentual zweistellige Jahresrendite erzielt werden. 2014 hat das Management diese Vorgabe deutlich übererfüllt: BB Biotech notiert um mehr als die Hälfte über dem Vorjahresultimo. Im Portfolio geben Nasdaq-Unternehmen den Ton an. Zum Ende des dritten Quartals waren knapp 82 Prozent in US-Dollar allokiert. Als einziger Schweizer Wert ist Actelion in der Auswahl zu finden. Mit einem Anteil von gut 9 Prozent zählt der SMI-Highflyer zu den zehn grössten Positionen.

Nasdaq-Biotechnology-Index ETF (IE00BQ70R696)

Amgen, Celgene, Gilead – allein der Blick auf die drei grössten Mitglieder zeigt, weshalb dieser Index als der Gradmesser schlechthin für die US-Biotechbranche gilt. Source bringt die Benchmark jetzt an den Schweizer ETF-Markt. Seit kurzem ist der passive Fonds an der SIX kotiert. Gegen eine Gesamtkostenquote von 0,4 Prozent p.a. bildet die in London ansässige Emittentin den Index physisch ab. Dabei setzt sie zur Optimierung der Replikation zusätzlich Swaps ein. Dividenden werden reinvestiert.eine

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