Die European Securities and Markets Authority (ESMA) publizierte Ende Juli eine wegweisende Empfehlung zur Richtlinie für AIF Manager (AIFMD): Zusammen mit Guernsey und Jersey soll auch die Schweiz den EU-Pass im AIF-Bereich (z.B. Private Equity, Immobilienfonds, Hedge Funds) erhalten. Vorausgesetzt, die bereits verabschiedeten Gesetzesänderungen treten in Kraft.

Dabei geht es vor allem um das Finanzinfrastrukturgesetz (FinfraG). Ein wichtiger Schritt konnte mit der Teilrevision des Kollektivanlagengesetzes (KAG) und mit den Kooperationsvereinbarungen zwischen der FINMA und den Aufsichtsbehörden der EU-Staaten bereits erreicht werden. Der EU-Pass für Drittstaaten nach AIFMD ist ein zentraler Aspekt des Marktzugangs für Schweizer Finanzdienstleister im Fonds- und Asset-Management-Geschäft.

EU-Pass – Zugang für Schweizer AIF-Anbieter zum EU-Markt

Als kleine Volkswirtschaft sind wir darauf angewiesen, unsere Produkte und Dienstleistungen auch im Ausland anbieten zu können. Das gilt für alle Wirtschaftssektoren, aber für den Finanzsektor ganz speziell, weil ein Grossteil der Kunden aus dem EU-Raum stammt. Mit diesem Pass haben Schweizer AIF-Anbieter Zugang zum EU-Markt für Anlageprodukte für professionelle Kunden.

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So könnte inskünftig beispielsweise eine deutsche Versicherung Schweizer Asset Manager mit der Verwaltung ihrer Fonds beauftragen. Die Europäische Kommission entscheidet im Herbst, ob der ESMA-Empfehlung Folge geleistet wird. In der Regel ist dies der Fall, aber ein politisch motivierter, protektionistischer Entscheid kann nicht ausgeschlossen werden. Als Nächstes strebt die Schweiz den EU-Marktzugang für alle Anlageprodukte an. Voraussetzungen dafür sind ein Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und ein Finanzinstitutsgesetz (FINIG). 

Markus Fuchs, Geschäftsführer Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA