Mit einem Anteil von gut einem Drittel an der Stromversorgung im Land leidet Alpiq als einer der grössten Stromversorger unter dem Überangebot und unter einem schwachen Strompreisumfeld in Europa. Die Zahlen für das erste Quartal waren miserabel.

Zwar blieben die Volumen mit 25.9 Terawattstunden nahezu stabil, doch schrumpfte der Umsatz aufgrund der sinkenden Strompreise um 13 Prozent auf 2,1 Milliarden Franken. Düster sieht es auch in puncto Gewinnentwicklung aus. Trotz Sparmassnahmen fiel das Betriebsergebnis um 32 Prozent. Die Marge ging um 230 Basispunkte zurück.

Stromarbitrage – die Spreads gehen zurück

Alpiq dürfte im Lauf des Jahres im grenzüberschreitenden Energiehandel weiter Federn lassen. Der Konzern kauft billigen Strom aus Deutschland und Frankreich und verkauft diesen nach Italien, wo die Strompreise aufgrund der Abhängigkeit von der Stromerzeugung in Gaskraftwerken höher sind. Die Nachfrage sinkt jedoch seit geraumer Zeit – ein Trend, der sich fortsetzen dürfte. Die Arbitrage Spreads sind bereits markant gesunken und dürften angesichts der schwachen Nachfrage weiter in die Knie gehen.

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Das Management geht davon aus, dass das Betriebsergebnis im laufenden Jahr um 30 bis 40 Prozent fallen wird. Eine Besserung ist also nicht in Sicht. Allerdings führt die Konzernleitung eine aggressive Umstrukturierung des Unternehmens durch und konzentriert sich vermehrt auf weniger kapitalintensive Geschäftssparten wie Energieeffizienzlösungen und auf das Energieservicegeschäft.

Zusammenschluss der Anbieter

Der Wandel braucht jedoch Zeit. Dass Alpiq-Präsident Hans Schweickardt jüngst den Zusammenschluss der Schweizer Stromer in den Ring warf, um gegenüber den europäischen Stromriesen bestehen zu können, zeigt, wie angespannt die Lage ist.