Der tiefe Ölpreis verleitet momentan nicht zum Sparen von fossilen Energieressourcen. Dennoch haben die grossen Treibhausgasemittenten USA, Russland und China kürzlich erstmals die Bereitschaft signalisiert, dass sie die Emissionen des bedeutendsten Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) reduzieren wollen, beziehungsweise, dass sie beabsichtigen, im Fall von China, dafür zu sorgen, dass sie sich zumindest ab 2030 nicht mehr steigern werden. Diese Absichten gefallen den Zulieferern der Automobilindustrie, denn sie helfen durch technologische Innovationen, die CO2-Emissionen des Strassentransports zu reduzieren.

Laut der Europäischen Kommission ist die Automobilindustrie (ohne Lastkraftwagen) für 12 Prozent der CO2-Emissionen in der EU verantwortlich. Der technologische Fortschritt beschränkt sich nicht nur auf effizientere Verbrennungsmotoren, sondern ist besonders ausgeprägt in den automatischen Sicherheitsvorkehrungen der Automobile selbst. Ultraschallsensoren und Kameras vereinfachten bislang hauptsächlich das Einparken und Rückwärtsfahren, doch sie werden in Zukunft vermehrt die Abstandssicherung, das Erkennen von roten Ampeln oder Stoppschildern und die Staunavigation übernehmen. So diskutiert zurzeit der Deutsche Bundestag, welche Autobahnen für die Erprobung von selbstfahrenden Autos zur Verfügung gestellt werden sollten. Allein eine erhöhte Sicherheit führt durch geringere Schäden schon zu geringeren CO2-Emissionen. Doch besonders gross ist das Einsparpotenzial beim Treibstoff der automatisierten Autos durch Abstandsregulierungen und die Vermeidung von Staus, sprich durch einen flüssigeren Verkehr. Intelligente Autos können durch Sensoren ihre Umwelt registrieren und die Positionierung des Autos erkennen.

AMS – Profiteur der steigenden Nachfrage bei Sensoren …

Das österreichische Unternehmen AMS AG (ehemals Austria Microsystems) ist an der Schweizer Börse quotiert, baut Sensoren zur Licht-, Positions- und Bewegungserkennung und ist im letzten Jahr durch Wachstumsraten von über 20 Prozent aufgefallen. Zuletzt ist der Automobilanteil am Umsatz durch eine starke Nachfrage aus dem Smartphonesektor auf 13 Prozent gesunken. Nach Unternehmensangaben wird dieser Anteil aber wieder steigen, da er neben Industrieanwendungen den grössten Teil der momentanen Forschungs- und Entwicklungsausgaben ausmacht.

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Die AMS AG ist ein Unternehmen mit eigener Fertigung (hauptsächlich in Österreich) und hat sich durch die Erfahrungen im Massenmarkt mit Smartphones eine gute Ausgangslage geschaffen, um auch vom steigenden Sensorbedarf bei Automobilen profitieren zu können. Das Unternehmen gefällt aber auch dank seinem vorbildlich auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Geschäftsgebaren. So hat es beispielsweise seit 2003 seine CO2-Emissionen um 70 Prozent reduziert. Den informativen Umweltbericht könnte man mit dem Motto «Qualität durch Nachhaltigkeit» überschreiben.

… und Vorteile wegen des starken Dollars

Trotz des zuletzt deutlich gestiegenen Aktienkurses ist auch weiterhin mit einer positiven Entwicklung zu rechnen: Das Management hat angekündigt, dass es trotz des normalerweise zyklisch schwachen ersten Quartals der Halbleiterindustrie das rekordhohe vierte Quartal 2014 übertreffen werde und dass es weiterhin von einem starken Wachstum ausgehe. Nicht zuletzt wird AMS auch vom starken US-Dollar profitieren, da das Unternehmen zwar in Euro Rechnung ablegt, aber 70 Prozent der Umsätze in US-Dollar anfallen.

Andreas Knörzer, Leiter Asset Management bei der Notenstein Privatbank